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Welchen Durchmesser hat ein Bohrloch bis in 3500 m Tiefe?

Eingesandt von Ulrike Gärtner, Trebur, 29.11.2012

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoThermal Engineering

Antwort: Die hohen Förderraten, die für geothermische Kraftwerke oder große Wärmeprojekte benötigt werden, verlangen große Bohrdurchmesser, um die Reibungsverluste bzw. Energiekosten für die elektrischen Förderpumpen zu minimieren. Auf der anderen Seite steigen die Bohrkosten, je größer der Bohrdurchmesser ist. Hier gilt es die Bohrung kostenoptimiert zu planen.
Die Bohrungen werden abschnittsweise niedergebracht. Das heißt, dass mit einem relativ großen Bohrdurchmesser für den ersten Bohrabschnitt einer Bohrung angefangen wird. Sobald dieser fertig ist, wird ein Rohr eingebaut und zementiert. Dies ist notwendig, um das Bohrloch zu sichern. Durch dieses Rohr wird mit einem etwas geringeren Meisseldurchmesser der zweite Bohrabschnitt der Bohrung gebohrt. Durch mehrfaches Wiederholen wird so das Bohrloch teleskopartig nach unten vertieft. Im Bereich des Reservoirs in
3500 m Tiefe möchte man einen möglichst großen Bohrdurchmesser (typischerweise zwischen 18 und 24 cm) haben, um möglichst viel Wasserzutritt in die Bohrung zu ermöglichen.