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Dem Aquifer wird 170° heißes Wasser entnommen, reinjiziert wird das Wasser mit ca. 80° (?). D.h. um die Injektionsstelle kaltet das Wasser aus. Bis das Thermalwasser wieder auf seine ursprüngliche 170° erhitzt dauert es, verschiedenen Studien zufolge, zwischen mehreren hundert und bis zu 8.000 Jahren. Erkalten auch die Erdschichten über dem Aquifer? Und was bedeutet das für Substanz oder Konsistenz des Gesteins.

Eingesandt von BI Lebenswertes Wallerstädten, 31.01.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoT

Das abgekühlte Thermalwasser, welches reinjiziert wird, breitet sich im Reservoir entlang von Rissen und Klüften aus und fliesst langsam in Richtung Förderbohrung. Dabei wärmt sich das Wasser durch das heiße umgebende Gestein wieder auf und dem Gestein wird Wärmeenergie entzogen. Durch zuströmende Wärme aus der Tiefe wird das Reservoir im Oberrheingraben jedoch gleichzeitig wieder aufgeladen, so dass eine nachhaltige Nutzung gegeben ist. Die Nachhaltigkeit der Wärme im Reservoir lässt sich aus der Betriebserfahrung des Geothermieprojekts in Landau ableiten (siehe 2. Bürgerforum, Vortrag Christian Lerch).
Das Volumen des Gesteins ist temperaturabhängig. In heißem Zustand ist das Volumen größer, in kaltem kleiner. Da sich bei Temperaturänderung das Volumen des Gesteins aufgrund seiner Heterogenität nicht gleichmäßig ändert, entstehen im Gestein thermisch bedingte Spannungen. Je nach Gestein können dabei sehr feine Risse an den Korngrenzen entstehen.

Kommentare

  • 13
    Feb

    Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoT

    Die Menge des im Untergrund vorhandenen Thermalwassers gibt nicht alleine Auskunft über die Nachhaltigkeit des Reservoirs. Über 95% der Energie ist im Gestein gespeichert. Das Wasser dient als Transportmedium und wird im Kreislauf durch das Gestein geführt. Es kommt lokal zu einer Abkühlung um die Injektionsbohrung. Im Betrieb wird der Bereich der Abkühlung größer und erreicht irgendwann die Produktionsbohrung, wenn keine Wärme von unten nachströmt. Im Oberrheingraben strömt Wärme nach, so dass hier nicht mit einer Abkühlung zu rechnen ist. Wir gehen hier von einem nachhaltigen Betrieb aus. Die Nachhaltigkeit muss von Standort zu Standort individuell betrachtet werden. Der möglichst nachhaltige und dauerhafte Betrieb einer Geothermieanlage ist Ziel der Planung der Reservoirerschließung. In vulkanischen Reservoiren reichen die Erfahrungen mit Kraftwerken schon weit in die Vergangenheit zurück. Hier sind auch die Beispiele von mehr als 50 Jahre im Betrieb befindliche Kraftwerke in Kalifornien (The Geysirs) und Neuseeland (Wairakei). Die Geothermieanlage in Riehen, die nach hydrothermalen Prinzip betrieben wird, ist bereits 18 Jahre in Betrieb ohne eine Auskühlung festgestellt zu haben.
    20, 25 oder 30 Jahre werden meist für betriebswirtschaftliche Betrachtungen gewählt und beschreiben nicht die technisch mögliche Betriebsdauer.

  • 11
    Feb

    Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten aus Groß-Gerau

    Diese Frage wurde von der BI Lebenswertes Wallerstädten gestellt. Ihrer Antwort entnehmen wir, dass es zu keiner nennenswerten Abkühlung kommt, was allen bisherigen Erfahrungen widerspricht. Ist die Lebensdauer eines Geothermiekraftwerks nicht gerade daran gebunden, dass genügend heißes Wasser zur Verfügung steht? Warum wird dann die laufzeit auf max. 30 Jahre geschätzt?


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