Fragen & Antworten

Hier finden Sie alle Fragen und Antworten, die im Verlaufe des Projekts rund um die Geothermie und das Vorhaben der ÜWG in Groß-Gerau aufkamen. Auf geothermie-trebur.de, der Projektseite der ÜWG, finden Sie bereits eine ausführliche Sammlung von Antworten auf häufig gestellte Fragen.

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Eingesandt von Wolfgang Winter, 26.02.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoT

Die Bohrungen werden durch die oberen Grundwasserstockwerke geführt und durch mehrfach einzementierte Stahlrohre abgedichtet.
Solange noch keine Stahlrohre einzementiert sind, schützt die Bohrspülung mit ihrem hohen Tonanteil das umliegende Grundwasserstockwerk. Der Ton dient dazu das Bohrloch gegen die Umgebung abzudichten, damit die Bohrspülung nicht aus dem Bohrloch bzw. Grundwasser ins Bohrloch fließt. Da die Dichte der Bohrspülung gegenüber der Dichte des Grundwassers erhöht ist, hat das Grundwasser keine Tendenz in das Bohrloch zu fließen. Es kann aber sein, dass in der unmittelbaren Umgebung um die Bohrung der Grundwasserstand etwas abnimmt, sollte die höhere Dichte der Bohrspülung und die Tonabdichtung durch die Spülung nicht ausreichen. Sobald aber die Stahlrohre einzementiert sind, gleicht sich der Grundwasserstand wieder aus.

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Eingesandt von Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten, 09.02.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoT

Die schraffierten Flächen markieren die Bereiche im Untergrund in denen eine oder mehrere markante Störungszonen verlaufen, die - aus geologischer Sicht betrachtet - besonders günstige Eigenschaften (hohe Thermalwasserdurchlässigkeit) aufweisen. Die Gesteine um diese Bereiche herum sind ebenfalls durchlässig, jedoch ist die Durchlässigkeit geringer. Ziel ist, die Bereiche im Untergrund zu erschließen, die die beste Durchlässigkeit haben, um so Risiken zu vermeiden (Seismizität) und Effizienz (geringer Pumpenstrom) zu gewinnen.
Da wir von einem nachhaltigen Betrieb ausgehen, erwarten wir keine Abkühlung.

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Eingesandt von Marcus L., 31.01.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. Ing. Horst Kreuter, Geschäftsführer von GeoT

Das Forschungsprojekt SiMoN („Seismisches Monitoring im Zusammenhang mit der geothermischen Nutzung des nördlichen Oberrheingrabens“) dient der Überwachung der Seismizität vor und während der Errichtung sowie des Betriebs von Geothermieanlagen. Betrieben wird das Netz von den Universitäten Frankfurt und Stuttgart sowie vom HLUG.
Die Webseite von SiMoN ist hier zu finden: www.simon.hlug.de
Ein Ziel ist das bessere Verständnis der Zusammenhänge zwischen natürlicher Nano-, Mikro- und Makroseismizität sowie der durch technische Eingriffe induzierten Seismizität zu erlangen.
Durch eine lange Beobachtungsdauer der seismischen Aktivität können aktive Störungszonen besser identifiziert werden. Des Weiteren können auf dieser Grundlage die für ein Geothermieprojekt notwendigen Eingriffe während der Projektumsetzung so angepasst werden, dass die induzierte Seismizität minimiert bzw. verhindert wird.
Dieses schon 2 Jahre vor dem geplanten Beginn der Bohrarbeiten installierte regionale und verdichtete Messnetz für ein seismisches Langzeitmonitoring versetzt die Fachleute und Überwachungsbehörden in dieser Weise zum ersten Mal in die Lage, die Phase vor Beginn einer geothermischen Nutzung einer Region mit der nötigen Detailtreue zu dokumentieren.
Eine Besonderheit stellen auch die nanoseismischen Messkampagnen zur Detektion kleinster seismischer Ereignisse dar. In einer Ruhemessung wird die die natürliche Hintergrundseismizität erfasst. Spätere Messphasen während des Baus und Betriebs der Geothermieprojekte zeigen die Unterschiede auf.

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Eingesandt von Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten, 03.02.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoT

Das Hypozentrum, also die Lage des Erdbebenherdes im Untergrund, wird mit Hilfe der Laufzeiten der seismischen Wellen vom Herd zu den seismologischen Stationen berechnet. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Wellen hängt vom Ausbreitungsmedium (d.h. der Geologie), durch den die Wellen hindurchlaufen, ab. Die Erdbebendienste verwenden ein für ihre Beobachtungsregion angepasstes Geschwindigkeit-Tiefen-Modell. Der Bereich des Oberrheingrabens wird von mehreren Erdbebendiensten beobachtet, wobei jeder sein eigenes Geschwindigkeit-Tiefen-Modell zur Berechnung der Hypozentren verwendet.
Neben den unterschiedlichen Geschwindigkeit-Tiefen-Modellen hängt die Lokalisierungsgenauigkeit auch von der relativen Lage der seismologischen Beobachtungsstationen zum Erdbebenherd ab. Der Betreiber eines lokalen Messnetzes, wie das für das Geothermieprojekt Landau, hat zu dem durch die Geothermieanlage induzierten Erdbeben sehr nahe gelegene Stationen. Dies ist von großer Bedeutung für die Genauigkeit bei der Bestimmung der Herdtiefe. Im Detail kann es dadurch zu unterschiedlichen Lokalisierungen ein und desselben Erdbebens durch die Erdbebendienste und des Betreibers kommen. Um diese Diskrepanz zu lösen, ist es nötig alle verfügbaren seismologischen Daten zu sammeln und eine konsistente Bestimmung des Hypozentrums mit einem lokal angepassten Geschwindigkeit-Tiefen-Modellen durchzuführen. Dies erfordert eine Offenlegung und Verfügbarmachung der Daten.

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Eingesandt von Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten, 03.02.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoT

Ein Erdbeben mit der Magnitude 2,5 hat eine räumliche Dimension der Herdfläche (=Fläche entlang der benachbarte Gesteinsbereiche gegeneinander bewegt werden) von ca. 100 m x 100 m. Die durch ein Geothermiekraftwerk möglicherweise induzierten Erdbeben treten in der direkten Umgebung der Bohrungen auf (im Bereich der Druckänderung im Reservoir aufgrund der Thermalwasserzirkulation). Benachbarte Geothermiekraftwerke müssen allein aus Eigeninteresse einen genügend großen Abstand zum benachbarten Kraftwerk haben, um sich nicht gegenseitig thermohydraulisch nachteilig zu beeinflussen. Ist das benachbarte Geothermiekraftwerk ein mehrere Kilometer entfernt, und zirkuliert zudem auf einer anderen Störung, kann eine Kettenreaktion ausgeschlossen werden.

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Eingesandt von Elisabeth Schweikert, 02.02.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoT

Bei den in Mitteleuropa im Untergrund angetroffenen Temperaturen werden in der Geothermie so genannte binäre Kraftwerke eingesetzt. Diese arbeiten nicht mit Wasserdampf als Arbeitsmittel, sondern mit organischen Stoffen (ORC-Anlage) oder einem Ammoniak-Wasser-Gemisch (Kalina-Anlage), wobei Kalina-Anlagen bei geringeren Thermalwassertemperaturen eingesetzt werden. Bei den in Groß-Gerau erwarteten Temperaturen von etwa 160 °C wird eine ORC-Anlage eingesetzt. Das Arbeitsmittel wird nach seiner Effizienz bei dem entsprechenden Temperaturniveau und den herrschenden Verhältnissen ausgewählt. Ein gängiges Arbeitsmittel in ORC-Anlagen ist Iso-Pentan, ein Kohlenwasserstoff. Dieses ist mit Benzin vergleichbar, wobei Benzin ein größeres Risiko darstellt. Das Iso-Pentan wird unter kontrollierten Bedingungen in einem Kraftwerk, welches gesichert und umzäunt ist, eingesetzt. Es werden Vorkehrungen getroffen, die zum Einsatz kommen, sollte eine Leckage auftreten. Der Umgang mit dem gefährlicheren Benzin an der Tankstelle geschieht unter wesentlich geringeren Sicherheitsvorkehrungen.

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Eingesandt von Günter Ehrenberger, 31.01.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoT

Das geförderte Thermalwasser wird beim Zirkulationsbetrieb zu 100% wieder in das Reservoir zurückgeführt. Geringe Verluste entstehen nur bei den hydraulischen Testarbeiten, bei denen das Thermalwasser vorübergehend in ein Thermalwasserbecken eingeleitet wird. In diesem Fall verdunstet ein Teil des Thermalwassers. Die Testarbeiten werden nur in der Bauphase durchgeführt.

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Eingesandt von Elisabeth Schweikert, 31.01.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. Ing. Horst Kreuter, Geschäftsführer von GeoT

Wo immer technisch und wirtschaftlich möglich, wird jedes Geothermieprojekt nicht nur Strom erzeugen, sondern auch die Wärme nutzen. Dieses ist aus ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten sinnvoll. Die Wärme kann zu Heizzwecken aber auch im Gewerbe und in der Industrie genutzt werden. Gerade auch die Agrarwirtschaft nutzt bei Trocknung und Heizung (Gewächshäuser) die Wärme zu Senkung der Kosten. In Holland ist die sog. „Tomaten-Geothermie“ ein Erfolgsmodell mit einer stetig wachsenden Anzahl von Anlagen. Die Wärme kann auch zu Kühlzwecken genutzt werden, da die geothermische Wärme in so genannten Kältemaschinen in Kälte umgewandelt werden kann.

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Eingesandt von Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten, 31.01.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. Ing. Horst Kreuter, Geschäftsführer von GeoT

Bei einer chemischen Stimulation werden verdünnte Säuren (z.B. Salzsäure) verwendet, um in der direkten Umgebung des Bohrloches im Reservoirbereich durch Lösung bestimmter mineralischer Komponenten(z.B. Kalk) die Durchlässigkeit zu verbessern. Auch Bohrklein, das in die offenen durchlässigen Bereiche eingespült wurde, kann so entfernt werden, denn Säuerungsmaßnahmen werden auch durchgeführt, um Fließwiderstände in Bohrlochnähe zu beseitigen, die während des Bohrens, der Komplettierung oder beim Betrieb der Anlage (Ablagerungen) entstanden sind.
Chemische Stimulationen können am besten in Karbonatgesteinen (hauptsächlich Kalksteine), in Deutschland z.B. im Malm des Molassebeckens und dem Muschelkalk im Oberrheingraben, durchgeführt werden. In Kalksteinen kann mit einer oder mehreren Säuerungen eine Vermehrfachung der Durchlässigkeit des Gesteins erreicht werden. Säuerungen werden in fast allen Bohrungen durchgeführt, auch in Trinkwasserbrunnen!
Die Rotliegendsedimente, die in Südhessen genutzt werden sollen, sind nicht so leicht zu lösen, so dass die Säuerungen vornehmlich zur Säuberung des Umfelds der Bohrungen genutzt werden können.
Bei der Reaktion im Untergrund wird die Säure neutralisiert. Es entstehen unbedenkliche Abbauprodukte.

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Eingesandt von Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten, 31.01.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. Ing. Horst Kreuter, Geschäftsführer von GeoT

Es hängt von verschiedensten lokalen Bedingungen ab, ob eine bestimmte Magnitude gespürt wird, oder nicht. Bedingungen sind z.B.:

  • die Tiefe in der die Erschütterung erzeugt wurde,
  • die Dämpfung der bis zur Oberfläche anstehenden Schichten
  • der Aufbau des nahe an der Oberfläche anstehenden Erdbodens
  • die örtliche Situation der Person (ruhige/vibrationsbelastete Umgebung, Tag/unruhig oder Nacht/ruhig, Erdgeschoss/Hochhaus,…)

Aus diesem Grund ist es auch schwierig einen Radius anzugeben. Es sind Situationen vorstellbar, in denen in der Nähe von einem Epizentrum keine Erschütterungen gespürt werden, in etwas weiter entfernten Standorten eine Erschütterung gespürt wurde. Im Prinzip nehmen jedoch die Bodenbewegungen mit dem Abstand vom Epizentrum ab. Die Festlegung eines Radius ist nur sinnvoll um weiter entfernte Bereiche von sicher nicht betroffenen Bereichen auszuschließen. In der engeren Umgebung um ein Geothermieprojekt ist ein festgelegter Radius nicht sinnvoll.
Bei den geringen Magnituden bis 2,5 sind auch bei weichen Böden wie im Hessischen Ried keine negativen Auswirkungen auf den Baugrund zu erwarten.

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Eingesandt von BI Lebenswertes Wallerstädten, 31.01.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoT

Das abgekühlte Thermalwasser, welches reinjiziert wird, breitet sich im Reservoir entlang von Rissen und Klüften aus und fliesst langsam in Richtung Förderbohrung. Dabei wärmt sich das Wasser durch das heiße umgebende Gestein wieder auf und dem Gestein wird Wärmeenergie entzogen. Durch zuströmende Wärme aus der Tiefe wird das Reservoir im Oberrheingraben jedoch gleichzeitig wieder aufgeladen, so dass eine nachhaltige Nutzung gegeben ist. Die Nachhaltigkeit der Wärme im Reservoir lässt sich aus der Betriebserfahrung des Geothermieprojekts in Landau ableiten (siehe 2. Bürgerforum, Vortrag Christian Lerch).
Das Volumen des Gesteins ist temperaturabhängig. In heißem Zustand ist das Volumen größer, in kaltem kleiner. Da sich bei Temperaturänderung das Volumen des Gesteins aufgrund seiner Heterogenität nicht gleichmäßig ändert, entstehen im Gestein thermisch bedingte Spannungen. Je nach Gestein können dabei sehr feine Risse an den Korngrenzen entstehen.

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Eingesandt von Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten, 31.01.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. Ing. Horst Kreuter, Geschäftsführer von GeoT

Eine zweite Reinjektionsbohrung kann sinnvoll werden, wenn die geologische Formation, in die das Wasser zurückgeführt werden soll, nicht die nötige Durchlässigkeit besitzt bzw. das Wasser nur unter hohem zusätzlichem Druck eingepresst werden kann. Alternativ kann die Bohrung auch tiefer ausgeführt oder durch einen Abzweig (side-track) ergänzt werden.
Durch eine dieser Möglichkeiten soll dann die Rückführung des Wassers ohne zusätzlichen Druck in den Untergrund erleichtert werden. Ob eines bzw. welches der genannten Konzepte nötig wird, weiß man erst nach den hydraulischen Testarbeiten am Ende der ersten Reinjektionsbohrung.

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Eingesandt von Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten, 31.01.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. Ing. Horst Kreuter, Geschäftsführer von GeoT

Mit der über 3000 m tiefen Bohrungen werden salinare Thermalwässer nach oben gefördert. Die damit verbundenen Phänomene der Korrosion und Ausfällungen sind Fragestellungen, die bei Geothermieprojekten im Oberrheingraben und in Norddeutschland üblicherweise auftreten. Es gibt deshalb schon weitreichende Erfahrungen.
Das Thermalwasser wird im Hinblick auf seine Korrosivität getestet und es werden Materialien ausgewählt, die bei der angetroffenen Thermalwasserzusammensetzung möglichst resistent sind. Korrosion war bei den Projekten in Deutschland noch kein großes bzw. unlösbares Problem.
Die Bildung von Ablagerungen, in der Geothermie auch „scaling“ genannt, treten vor allem dann auf, wenn in dem Thermalwasser eine große Menge von Salzen gelöst ist. Unter den Druck und Temperaturbedingungen, wie sie in dem Reservoir herrschen, sind alle gelösten Minerale und Gase im Gleichgewicht. Erst wenn sich das Gleichgewicht durch Druck-und/oder Temperaturabnahme ändert, wird das Gas frei und die Minerale fallen aus. In dem geschlossenen Thermalkreislauf werden die Druckbedingungen so eingestellt, dass selbst bei Abkühlung des Thermalwassers im Thermalwasserkreislauf die Gleichgewichtsbedingungen nicht verändert werden. Die größte Stellschraube dabei ist der Druck unter dem das Wasser im Kreislauf gehalten wird. Wird das Scaling so kontrolliert und unterbunden, müssen die Rohre nicht gereinigt und kein abgelagertes Material entsorgt werden.
Brüche von Pumpengestänge sind aus dem Betrieb von Gestängepumpen in der Geothermie nicht auffällig geworden. Probleme sind eher in Dichtungen zu sehen. Mit den benötigten Temperaturen und Fördermengen sind die Anforderungen an die Pumpentechnik sehr anspruchsvoll. Die Ingenieure arbeiten daran, die Laufzeiten der Pumpen in diesem Anforderungsbereich weiter zu erhöhen, um Servicezeiten und Pumpenwechsel zu minimieren.
Jede Wärmeversorgung muss die Versorgung der Kunden sicherstellen. Geothermische Anlagen zur Wärmeversorgung stellen meist eine ausreichend große Menge an Wärme für die Versorgung des lokalen Bedarfs zur Verfügung. Bei sehr großer Wärmenachfrage wird die Grundlast von der Geothermieanlage und die Spitzenlast durch alternative Wärmeerzeugung abgedeckt. Diese können konventioneller aber auch regenerativer Natur sein. Eine Biogasanlage könnte eine sinnvolle regenerative Ergänzung darstellen. Beispiele sind die Bioenergie Taufkirchen mit angeschlossenem im Bau befindlichen Geothermiekraftwerk. In Neuried bei Offenburg ist ein Hybridkonzept aus einer Biogasanlage und einer Geothermieanlage geplant.
Häufig ist jedoch auch konventionelle Wärmeerzeugung (meist aus Gas) vorgesehen. Gas wird allerdings nur verbrannt, wenn die Geothermieanlage ausfällt oder Leistungsspitzen abgedeckt werden müssen.
Bei einer Geothermieanlage mit mehr als einer Produktionsbohrung ist meist kein konventionelles Redundanzkraftwerk notwendig.

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Eingesandt von A.Geiss, 18.01.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoT

Die Rückführung der abgekühlten Thermalsole in den Untergrund erfolgt über die Injektionsbohrung in Reservoirtiefe. Nur in diesem Bereich ist das Bohrloch nicht verrohrt, so dass die Thermalsole aus dem Bohrloch ins Nebengestein eindringen kann. Das sollte bei entsprechend hoher Durchlässigkeit des Nebengesteins ohne größere Drücke passieren. Ist die Durchlässigkeit zu gering bzw. lässt sich das Thermalwasser nur schlecht injizieren, kommt es zu einer Druckerhöhung im Reservoir. Die Erhöhung des Porendruckes in der Umgebung des Bohrlochs kann dazu führen, dass es zu kleineren Bewegungen im Untergrund kommt, die messbar aber nur in Ausnahmefällen an der Oberfläche wahrnehmbar sind. Ziel ist es deshalb die Injektionsbohrung so im Gestein anzuschließen, dass sich kein Druck aufbaut und keine Bewegungen stattfinden.

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Eingesandt von Markus Meyer, 01.01.2013

In Staufen wollte man oberflächennahe Geothermie nutzen. In Groß-Gerau ist ein Projekt zur Nutzung der tiefen Geothermie geplant. Zwischen diesen beiden Arten der Geothermienutzung bestehen grosse Unterschiede. Ein Disaster ähnlich wie in Staufen kann für das Geothermieprojekt der ÜWG ausgeschlossen werden, weil:

  1. Quellvorgänge die zu den Hebungserscheinungen in Staufen führten nur wenig 10er Meter unter der Oberfläche stattfanden. Das von der tiefen Geothermie erschlossene Reservoir liegt jedoch mehr als 2.000 m tief.
  2. Der Untergrund von Staufen, gerade im Bereich der oberflächennahen Bohrungen ist hoch komplex und schwierig, ganz anders als der oberflächennahe Untergrund im Raum Groß-Gerau.
  3. Für die nur wenig mehr als 100 m tief reichenden Bohrungen in Staufen wurden einfache Kleinbohrgeräte eingesetzt. Ganz anders bei den geplanten Bohrungen in Groß-Gerau. Die Tiefbohrgeräte sind ausgereifte hochtechnologische Anlagen mit zahlreichen Kontroll- und Sicherheitseinrichtungen die ermöglichen, selbst unerwartete Situationen sicher zu kontrollieren.

Am Dienstag 5. Februar 2013 (18.30, Stadthalle GG) findet ein Bürgerforum zum Thema „Der Umgang mit den Risiken der Geothermie“ statt. Weitere Informationen zu den Risiken der tiefen Geothermie finden Sie unter http://www.erdwärme-gg.de/projekt/realisierung/risiken/ und Antworten auf häufig gestellte Fragen unter http://www.erdwärme-gg.de/wissen/haeufige-fragen

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Eingesandt von Ch. Albert, 06.12.2012

Der Strom soll ins öffentliche Netzt eingespiesen werden. Er wird aber nicht direkt an den Endkunden verkauft, sondern über die Regelungen des EEG vergütet. Die Strommenge wäre ausreichend für 7.000 Haushalte a 3 Personen mit einem jährlichen Durchschnittsverbrauch von 3.500 kWh pro Jahr, d.h. für etwa 21.000 Menschen. In Trebur leben ca. 13.200 Menschen, in Nauheim ca. 10.100 Menschen und in Groß-Gerau ca. 23.500 Menschen. Ob, wie und wo das Projekt realisiert wird, entscheidet die ÜWG erst nach den Bürgerforen.

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Eingesandt von Rolf Geisenhof, 02.12.2012

Ihre Fragen wurden beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoThermal Engineering

Antwort:

Unter normalen Druckbedingungen an der Erdoberfläche würde das Wasser bei >100 °C im gasförmigen Zustand vorliegen. Unter den sehr hohen Drucken, in denen wir das Wasser in großen Tiefen finden, liegt es jedoch in flüssigem Zustand vor. Das Thermalwasser wird im Rohrleitungssystem des Geothermiekraftwerks immer so unter Druck gehalten, dass es flüssig bleibt. Das heiße Thermalwasser wird flüssig gefördert und abgekühlt flüssig wieder injiziert.

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Eingesandt von Ulrike Gärtner, Trebur, 29.11.2012

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoThermal Engineering

Antwort: Die hohen Förderraten, die für geothermische Kraftwerke oder große Wärmeprojekte benötigt werden, verlangen große Bohrdurchmesser, um die Reibungsverluste bzw. Energiekosten für die elektrischen Förderpumpen zu minimieren. Auf der anderen Seite steigen die Bohrkosten, je größer der Bohrdurchmesser ist. Hier gilt es die Bohrung kostenoptimiert zu planen.
Die Bohrungen werden abschnittsweise niedergebracht. Das heißt, dass mit einem relativ großen Bohrdurchmesser für den ersten Bohrabschnitt einer Bohrung angefangen wird. Sobald dieser fertig ist, wird ein Rohr eingebaut und zementiert. Dies ist notwendig, um das Bohrloch zu sichern. Durch dieses Rohr wird mit einem etwas geringeren Meisseldurchmesser der zweite Bohrabschnitt der Bohrung gebohrt. Durch mehrfaches Wiederholen wird so das Bohrloch teleskopartig nach unten vertieft. Im Bereich des Reservoirs in
3500 m Tiefe möchte man einen möglichst großen Bohrdurchmesser (typischerweise zwischen 18 und 24 cm) haben, um möglichst viel Wasserzutritt in die Bohrung zu ermöglichen.

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Eingesandt von Ulrike Gärtner, Trebur, 29.11.2012

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoThermal Engineering

Antwort: Technisch sind mehrere Kilometer möglich. Jedoch sind abgelenkte Bohrungen teurer und riskanter, je mehr und weiter abgelenkt wird.

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Eingesandt von Ulrike Gärtner, Trebur, 29.11.2012

Ihre Frage wurde beantworten von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoThermal Engineering

Antwort: An der Erdoberfläche werden die Bohrungen meist von einem Bohrplatz aus ausgeführt, mit einem Abstand von etwa 10 m zueinander. Die tiefsten Punkte der beiden Bohrungen (man spricht von Bohrlandepunkten) haben typischerweise etwa 1500 m Abstand zueinander.

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Eingesandt von Ulrike Gärtner, Trebur, 29.11.2012

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoThermal Engineering

Anwort: Der unterste Abschnitt des Bohrlochs, dort wo das Thermalwasser aus dem Reservoir ins Bohrloch hineinläuft, bleibt entweder unverrohrt oder (wenn das Bohrloch in diesem Bereich nicht stabil genug ist) wird mit einem durchlöcherten Rohr ausgekleidet. Die Löcher dienen dem Wasserzutritt. Die oberen Abschnitte der Bohrung sind dagegen vollständig verrohrt.

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Eingesandt von Ulrike Gärtner, Trebur, 28.11.2012

Ihre Fragen wurden beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoThermal Engineering

Antwort: Kühlen ist neben dem Heizen eine weitere effiziente Möglichkeit der Geothermienutzung. Zur Anwendung sind sog. Adsorbtionskälteanlagen notwendig. Mit einem Wirkungsgrad zwischen 60-80% kann auch ein größerer Kältebedarf, wie der eines Rechenzentrums weitgehend befriedigt werden.

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