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Die Fähigkeit einer Gesteinseinheit Thermalwasser zu leiten, kann mit der „Durchlässigkeit“ („Permeabilität“) beschrieben werden. In Soultz (Elsass) wurde die Durchlässigkeit des Granitreservoirs in großer Tiefe in mehreren Experimenten durch hydraulische und chemische Stimulation stark verbessert. Was bedeutet chemische Stimulation? Ist ein solches Verfahren auch beim hiesigen Projekt vorgesehen?

Eingesandt von Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten, 31.01.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. Ing. Horst Kreuter, Geschäftsführer von GeoT

Bei einer chemischen Stimulation werden verdünnte Säuren (z.B. Salzsäure) verwendet, um in der direkten Umgebung des Bohrloches im Reservoirbereich durch Lösung bestimmter mineralischer Komponenten(z.B. Kalk) die Durchlässigkeit zu verbessern. Auch Bohrklein, das in die offenen durchlässigen Bereiche eingespült wurde, kann so entfernt werden, denn Säuerungsmaßnahmen werden auch durchgeführt, um Fließwiderstände in Bohrlochnähe zu beseitigen, die während des Bohrens, der Komplettierung oder beim Betrieb der Anlage (Ablagerungen) entstanden sind.
Chemische Stimulationen können am besten in Karbonatgesteinen (hauptsächlich Kalksteine), in Deutschland z.B. im Malm des Molassebeckens und dem Muschelkalk im Oberrheingraben, durchgeführt werden. In Kalksteinen kann mit einer oder mehreren Säuerungen eine Vermehrfachung der Durchlässigkeit des Gesteins erreicht werden. Säuerungen werden in fast allen Bohrungen durchgeführt, auch in Trinkwasserbrunnen!
Die Rotliegendsedimente, die in Südhessen genutzt werden sollen, sind nicht so leicht zu lösen, so dass die Säuerungen vornehmlich zur Säuberung des Umfelds der Bohrungen genutzt werden können.
Bei der Reaktion im Untergrund wird die Säure neutralisiert. Es entstehen unbedenkliche Abbauprodukte.

Kommentare

  • 11
    Feb

    Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten aus Groß-Gerau

    Im Positionspapier des Wasserverbandstages e.V. (www.wasserverbandstag.de/.../Positionspapier_Geothermie_Endfassung) die Rede davon, \\\"dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass Abwasser an Schwächezonen des Gesteins in das Grundwasser gelangt\\\". D.h. für uns, so ganz unbedenklich ist die chemische Stimulation nicht. Die \\\"Experten\\\" der Geothermie neigen leider zur Verharmlosung und oft kommt die Erkenntnis erst, wenn es zu spät ist.


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