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Macht Geothermienutzung bei geringem Wirkungsgrad überhaupt Sinn?

Eingesandt von R.K., 03.03.2014

Gesamte Frage von R.K.

Die Stromgewinnung bei einer Heißwassertemperatur von 150 °C hat mit dem ORC-oder Kalina-Verfahren einen Brutto-Wirkungsgrad von 12..14%, d.h. mehr als 85% der aus der Erde geholten Wärme verpuffen ungenutzt, solange nicht ganzjährig zur Verfügung stehende Verbraucher die Abwärme nutzen können. Wie hoch ist der erwartete Stromverbrauch der Pumpen, Kühlventilatoren etc, der von der Bruttostromerzeugung noch abzuziehen ist? Aus der Literatur (z.B. Geothermiehandbuch Bayern) ist bekannt, dass dieser 50-75% der Brutto-Energie betragen kann. Macht die Geothermie unter diesen Randbedingungen Überhaupt Sinn, oder ist es lediglich ein Abgreifen von Subventionen (25 ct und mehr für den brutto erzeugten Strom)?

Ihre Frage wurde beantwortet von Marc André Glöckner, Unternehmenskommunikation ÜWG

Der Bruttowirkungsgrad der Stromerzeugung liegt bei einer Wassertemperatur von 150° C in der von Ihnen genannten Grössenordnung. Unter Berücksichtigung der von ÜWG angestrebten Nutzung der Abwärme und des Eigenstromverbrauchs (Pumpen etc.) wird jedoch ein Gesamtwirkungsgrad von über 50% erreicht. Für die Deckung des Eigenstrombedarfs ist im Geothermieprojekt Trebur der Bezug von Ökostrom geplant. Die Nutzung der Erdwärme macht Sinn, weil diese eine umwelt- und klimafreundliche Energieform darstellt, welche konstant verfügbar ist, das Landschaftsbild nicht beeinträchtigt und die Energieunabhängigkeit der Bevölkerung in der Region erhöht.