Fragen & Antworten

Hier finden Sie alle Fragen und Antworten, die im Verlaufe des Projekts rund um die Geothermie und das Vorhaben der ÜWG in Groß-Gerau aufkamen. Auf geothermie-trebur.de, der Projektseite der ÜWG, finden Sie bereits eine ausführliche Sammlung von Antworten auf häufig gestellte Fragen.

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Eingesandt von R.K., 03.03.2014

Gesamte Frage von R.K.

Die Stromgewinnung bei einer Heißwassertemperatur von 150 °C hat mit dem ORC-oder Kalina-Verfahren einen Brutto-Wirkungsgrad von 12..14%, d.h. mehr als 85% der aus der Erde geholten Wärme verpuffen ungenutzt, solange nicht ganzjährig zur Verfügung stehende Verbraucher die Abwärme nutzen können. Wie hoch ist der erwartete Stromverbrauch der Pumpen, Kühlventilatoren etc, der von der Bruttostromerzeugung noch abzuziehen ist? Aus der Literatur (z.B. Geothermiehandbuch Bayern) ist bekannt, dass dieser 50-75% der Brutto-Energie betragen kann. Macht die Geothermie unter diesen Randbedingungen Überhaupt Sinn, oder ist es lediglich ein Abgreifen von Subventionen (25 ct und mehr für den brutto erzeugten Strom)?

Ihre Frage wurde beantwortet von Marc André Glöckner, Unternehmenskommunikation ÜWG

Der Bruttowirkungsgrad der Stromerzeugung liegt bei einer Wassertemperatur von 150° C in der von Ihnen genannten Grössenordnung. Unter Berücksichtigung der von ÜWG angestrebten Nutzung der Abwärme und des Eigenstromverbrauchs (Pumpen etc.) wird jedoch ein Gesamtwirkungsgrad von über 50% erreicht. Für die Deckung des Eigenstrombedarfs ist im Geothermieprojekt Trebur der Bezug von Ökostrom geplant. Die Nutzung der Erdwärme macht Sinn, weil diese eine umwelt- und klimafreundliche Energieform darstellt, welche konstant verfügbar ist, das Landschaftsbild nicht beeinträchtigt und die Energieunabhängigkeit der Bevölkerung in der Region erhöht.

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Eingesandt von A.K., 06.01.2014

Nein, Sie haben keine Auswirkungen auf Ihre Erdwärmepumpe und die beiden Bohrungen zu befürchten. Der Thermalwasserkreislauf für das Geothermiekraftwerk wird durch eine Produktions- und eine Injektionsbohrung auf jeweils ca. 3500m Tiefe erstellt. Damit liegen die Landepunkte der Tiefbohrungen in ausreichendem Abstand zu Ihren Sonden, so dass sich für Ihre Erdwärmepumpe keine Effekte ergeben. Außerdem liegt die Temperatur des in der Injektionsbohrung rückgeführten Wassers immer noch bei mehr als 50°C und damit höher als im Erdreich, das von Ihrer Erdwärmepumpe genutzt wird.

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Eingesandt von Hartmut Müller, 16.12.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. Lasse Wallquist, Stiftung Risiko-Dialog

Thema der Anlieger-Workshops wird das “Wie”, d.h. die konkrete lokale Ausgestaltung des Kraftwerks vor Ort sein. In mehreren Arbeitssitzungen werden Aspekte, welche speziell die Anlieger betreffen, mit ÜWG diskutiert. Dazu gehören Themen wie das optische Erscheinungsbild, der Lärmschutz, die Beleuchtung, die lokale Verkehrsführung oder das Bepflanzungskonzept. Themen, die über die Anlieger hinaus von Bedeutung sind sowie an den öffentlichen Bürgerforen diskutiert wurden und in den Forderungen des Beirats ausführlich behandelt sind, werden an den Anlieger-Workshops nicht bearbeitet. Dazu gehören Themen wie Induzierte Seismizität, Schadenregulierung oder die Wirtschaftlichkeit. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger aus den Kommunen Trebur, Nauheim und Gross-Gerau sind eingeladen an den Anliegerworkshops mitzuarbeiten. Voraussetzung für nutzbringende Resultate ist die regelmäßige und aktive Mitarbeit der Teilnehmenden. Zudem soll die Anzahl Teilnehmer pro Workshop so gewählt werden, dass allen eine Mitwirkung ermöglicht wird. Ist die Resonanz auf die Anliegerworkshops in der Bevölkerung sehr groß, so werden nach Absprache mit dem Beirat Workshops parallel durchgeführt oder die Teilnehmer nach Kriterien der Betroffenheit (z.B. Distanz zum Kraftwerk) gewählt. Die Workshops werden nach Vorliegen der notwendigen Planungsgrundlagen durchgeführt – frühestens im Frühling 2014. Eine konkrete Einladung folgt zeitgerecht.

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Eingesandt von Wolfgang L., 19.04.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Marc André Glöckner, Unternehmenskommunikation ÜWG

Am 18. April 2013 haben in Deutschland Wind- und Solaranlagen erstmals mit einer Leistung von rund 36.000 Megawatt Strom erzeugt. Für einige Stunden wurde Deutschland dadurch zu mehr als 50 Prozent mit Strom aus Wind- und Solaranlagen versorgt. Das bedeutet aber auch, dass die restlichen Strommengen in diesem Zeitraum weiterhin in konventionellen fossilen und atomaren Kraftwerken erzeugt wurden. Dieses Szenario beruht auf günstigen Wetterverhältnissen und spiegelt nur eine Momentaufnahme wider. Auf das gesamte Jahr 2012 gesehen, beträgt der Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch in Deutschland nur 23 Prozent (Quelle BDEW). Deshalb ist es für das Gelingen der Energiewende wichtig, weiterhin auf den Ausbau der Energieerzeugung aus regenerativen Energiequellen zu setzen: Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Geothermie.

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Eingesandt von BI Lebenwertes Wallerstädten, 17.04.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Marc André Glöckner, Unternehmenskommunikation ÜWG

Die von Ihnen zitierte Studie beschreibt die maximal ausschöpfbaren Potentiale der Erneuerbaren Energien im Kreis Groß-Gerau. Zwanzig wäre die technisch und geologisch maximale Anzahl an Geothermiekraftwerken im Kreis Groß-Gerau. In der Studie ist auch die Rede von einem Flächenpotential für 29 Photovoltaik-Freiflächenanlagen (ca. 385 ha) und einer Potenzialfläche für 30 Windenergieanlagen. Die dort genannten Zahlen sind daher sehr hypothetisch.
Die Studie diente als Grundlage für das konkrete Strategiepapier und den Zeit- und Maßnahmenplan für den Kreis Groß-Gerau zur Zielerreichung den Stromverbrauch im Kreis mittelfristig bilanziell zu 30 % aus erneuerbaren Energien zu decken. Dieser Maßnahmenplan beschreibt einen realistischen Einsatz regenerativer Energiequellen im Kreis Groß-Gerau. Je nach Szenario ist hier die Rede von 1 bis 3 Tiefengeothermiekraftwerken.
Der kaufmännische Geschäftsführer der ÜWG, Hanns-Detlev Höhne erklärte im Bürgerforum am 5. Februar 2013, dass in den Erlaubnisfeldern der ÜWG die oberirdische Standortwahl aufgrund vielfältiger Restriktionen schwierig umzusetzen sei, dass theoretisch drei bis vier Kraftwerke möglich wären. Dies beschreibt auch die langfristige Zielvorstellung der ÜWG: die Errichtung von drei bis vier Kraftwerken im Kreis Groß-Gerau. Zurzeit ist aber lediglich ein Kraftwerk in Planung. Dies wurde bisher mehrfach so kommuniziert. Aussagen über die Projekte in den angrenzenden Erlaubnisfeldern im Kreis Groß-Gerau (Riedstadt und Mörfelden-Walldorf) kann die ÜWG keine machen.

Die Studien finden Sie unter: http://www.ekc-kreisgg.de/ekc/studien-und-konzepte/

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Eingesandt von Norbert Hecker, 19.03.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Marc André Glöckner, Unternehmenskommunikation ÜWG

Der Wandel von der konventionellen Energiebereitstellung hin zu erneuerbaren Energien verändert die Struktur der Energiewirtschaft. Statt der Stromerzeugung in Großkraftwerken mit mehr als 1000 Megawatt Leistung, auf Basis fossiler und nuklearer Brennstoffe, nimmt die dezentrale Erzeugung in Kleinkraftwerken auf Basis erneuerbarer Energien stetig zu.

Erdwärme steht konstant über das ganze Jahr und unabhängig von der Tageszeit und Witterung zur Verfügung und ist dadurch eine grundlastfähige Energiequelle. Grundlastkraftwerke werden möglichst rund um die Uhr und möglichst das ganze Jahr hindurch betrieben. Sie dienen deshalb auch dazu die Stabilität der Stromnetze zu gewährleisten, da ihre eingespeisten Energiemengen planbar sind, nicht schwanken und nicht ausgeglichen werden müssen. Sie verschlimmern nicht die Netzstabilität, im Gegenteil: Geothermiekraftwerke produzieren den Strom und die Wärme vor Ort, dort wo sie auch verbraucht werden. Sie tragen deshalb zur Entlastung des Stromnetzes bei und leisten einen Beitrag dazu, dass weniger überregionale Transportkapazitäten gebaut werden müssen. Mit jeder Kilowattstunde (kWh) Strom, die aus Erdwärme gewonnen werden kann, muss eine kWh weniger mit Kohle, Gas und nuklearen Brennstoffen produziert werden.

Der Hauptanteil des Stroms der in Deutschland verbraucht wird, stammt immer noch aus konventionellen Großkraftwerken. Um dies zu ändern, müssen sämtliche erneuerbaren Energien einschließlich Wind (-gaskraft) und Geothermie genutzt werden.

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Eingesandt von Hanspeter Maier, 11.03.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Janusch Hamann, Leiter Referat Recht ÜWG

Eine Beweislastumkehr würde gelten, wenn § 120 Bundesberggesetz (BBergG) (Bergschadensvermutung) anwendbar wäre. Danach wird grundsätzlich vermutet, dass der Schaden durch den Bergbaubetrieb verursacht worden ist, wenn im Einwirkungsbereich der untertägigen Aufsuchung oder Gewinnung eines Bergbaubetriebes durch Senkungen, Pressungen oder Zerrungen der Oberfläche oder durch Erdrisse ein Schaden entsteht, der seiner Art nach ein Bergschaden sein kann.

Ob diese Vorschrift auch bei Geothermieprojekten Anwendung findet, ist allerdings umstritten. In der Literatur wird die Anwendbarkeit des § 120 BBergG wohl mehrheitlich verneint. Gerichtsentscheidungen zu dieser Frage gibt es, soweit ersichtlich, noch nicht. ÜWG bemüht sich daher, der Rechtsunsicherheit dadurch Rechnung zu tragen, dass ein möglichst “geschädigtenfreundliches” Schadenregulierungskonzept und ein ebensolches Versicherungskonzept eingerichtet werden, über die zumindest die Mehrzahl der potenziellen Schäden fair und unbürokratisch “eingefangen“ werden kann.

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Eingesandt von Alexandra Auer, 08.03.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Marc André Glöckner, Unternehmenskommunikation ÜWG

Die Anlage kann im späteren Betrieb von einer Leitwarte aus fernüberwacht werden. Es wird daher möglich sein den Betriebszustand und die Betriebsparameter ferntechnisch zu überwachen und zu regeln. Um schnell Eingriffe tätigen zu können, muss daher nicht 24 Stunden rund um die Uhr Personal vor Ort vorgehalten werden. Sollte dennoch Personalbedarf vor Ort bestehen, wird dieses in der Regel gemäß eines Notfallplans benachrichtigt.

Bereits heute hat die ÜWG eine Rufbereitschaft für Störungen im Stromnetz. Unsere Rufbereitschaft ist 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, bei Tag und bei Nacht, bei jedem Wetter für Sie zu erreichen. Wenn Sie Probleme mit Ihrer Energieversorgung haben, kümmern wir uns sofort darum. Innerhalb weniger Minuten sind die Kollegen nach Alarmierung durch die Netzleitstelle vor Ort und können so Maßnahmen einleiten. Eine ähnliche Rufbereitschaft werden wir auch für das Kraftwerk einrichten.

Nichtsdestotrotz wird während normaler Arbeitszeiten zu Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten fachtechnisch ausgebildetes Personal (z.B. Kraftwerkstechniker, Kraftwerksleiter oder Servicefirmen) vor Ort sein. Im Falle eines Brandes wird die ortsansässige Feuerwehr alarmiert.

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Eingesandt von Reinhard Silge, 17.02.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. Ing. Horst Kreuter, Geschäftsführer von GeoT

Landau und Insheim liegen am Rand des Oberrheingrabens im Bereich von Staffelbrüchen, die das Grundgebirge gegen die grabenfüllenden Sedimente versetzen. Entlang dieser Störungen steigt aufgrund der erhöhten Wegsamkeit vermehrt Radon aus dem tiefen Untergrund an die Oberfläche auf. Auf der Karte des geologischen Dienstes des Landes Rheinland-Pfalz ist der Verlauf der Störungen im Untergrund nachgezeichnet. Diese Konzentration der Radonbelastung ist rein natürlich bedingt.

Die Karten des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (HLUG) zu den Radonkonzentrationen im Raum Groß-Gerau zeigen keine erhöhten Radonkonzentrationen zu denen im Rest des hessischen Oberrheingrabens. Die laut den Messwerten von HLUG zu erwartende natürliche Radonkonzentration in der Bodenluft beträgt zwischen 10 und 50 kBq/m3. Die Karte zu Landau gibt ein lokal hohes Radonpotenzial >100 kBq/m3 an. Dieses betrifft die Bodenluft. In Kellern kann die Konzentration je nach Abdichtung und Lüftung lokal höher sein. Informationen dazu findet man auf den Webseiten des Bundesamt für Strahlenschutz (http://www.bfs.de/de/ion/radon).

Karte Rheinland-Pfalz: www.lgb-rlp.de/radonprognosekarte.html
Karte Hessen: http://atlas.umwelt.hessen.de/servlet/Frame/atlas/radioakt/radon_txt.htm

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Eingesandt von Wolfgang Winter, 26.02.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoT

Die Bohrungen werden durch die oberen Grundwasserstockwerke geführt und durch mehrfach einzementierte Stahlrohre abgedichtet.
Solange noch keine Stahlrohre einzementiert sind, schützt die Bohrspülung mit ihrem hohen Tonanteil das umliegende Grundwasserstockwerk. Der Ton dient dazu das Bohrloch gegen die Umgebung abzudichten, damit die Bohrspülung nicht aus dem Bohrloch bzw. Grundwasser ins Bohrloch fließt. Da die Dichte der Bohrspülung gegenüber der Dichte des Grundwassers erhöht ist, hat das Grundwasser keine Tendenz in das Bohrloch zu fließen. Es kann aber sein, dass in der unmittelbaren Umgebung um die Bohrung der Grundwasserstand etwas abnimmt, sollte die höhere Dichte der Bohrspülung und die Tonabdichtung durch die Spülung nicht ausreichen. Sobald aber die Stahlrohre einzementiert sind, gleicht sich der Grundwasserstand wieder aus.

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Eingesandt von Wolfgang Winter, 26.02.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoT

Der Oberrheingraben ist eine relativ junge geologische Struktur und immer noch tektonisch aktiv, was sich in einer natürlichen Seismizität ausdrückt. Dabei kommen in größeren zeitlichen Abständen auch stärkere Ereignisse vor. Wie groß diese in der historischen Vergangenheit waren kann in Erdbebenkatalogen nachgeschlagen werden (http://www.bgr.bund.de/DE/Themen/ Erdbeben-Gefaehrdungsanalysen/Seismologie/Seismologie/Erdbebenauswertung/Erdbebenkataloge/ historische_Kataloge/germany.html). Der Bereich des nördlichen Oberrheingrabens liegt in der Erdbebenzone 1 nach DIN 4149.
Sollte die induzierte Seismizität größere Schäden an Gebäuden hervorrufen, werden diese natürlich durch die Versicherung beglichen. Welche Schäden bei stärkeren Ereignissen beobachtet werden können, wird in der Intensitätsskala (Mercalli) beschrieben (http://de.wikipedia.org/wiki/Mercalliskala).

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Eingesandt von Tauber Hans-Rudolf, 19.02.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Marc André Glöckner, Unternehmenskommunikation ÜWG

Der Wandel von der konventionellen Energiebereitstellung hin zu erneuerbaren Energien verändert die Struktur der Energiewirtschaft. Statt der Stromerzeugung in Großkraftwerken mit mehr als 1000 Megawatt Leistung, auf Basis fossiler und nuklearer Brennstoffe, nimmt die Erzeugung in Kleinkraftwerken auf Basis erneuerbarer Energien stetig zu.
Es macht keinen Sinn, die Leistung eines einzelnen Geothermiekraftwerks mit der eines Atomkraftwerks oder fossil betriebenen großen Kraftwerks zu vergleichen. Einzelne Windräder, Biomasseanlagen, Wasserkraftwerke, Photovoltaikanlagen oder Geothermiekraftwerke erreichen nie mehrere 1000 Megawatt Kapazität an einem Standort. Deswegen sind die regenerativen Anlagen Grundlage einer dezentralen Stromversorgung. Stromerzeugung nach der Energiewende bedeutet Energierzeugung vor Ort direkt beim Verbraucher. Dabei kommt es auf die Kombination aller Erneuerbare Energien-Technologien an, um die versorgungssichere regenerative Stromversorgung in Deutschland zu gewährleisten.
Die Leistung eines Geothermiekraftwerks hängt vom Standort und den geologischen Gegebenheiten ab. Die derzeitige elektrische Leistung eines Geothermiekraftwerks liegt unter 10 Megawatt. Mit einer Weiterentwicklung der Technologie und der Kombination mehrerer Bohrungen sind langfristig auch höhere Leistungen zu erwarten. Dimensionen von fossilen und nuklearen Kraftwerken sind langfristig aber eher unwahrscheinlich.

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Eingesandt von Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten, 15.02.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Marc André Glöckner, Unternehmenskommunikation ÜWG

Wie bei einem herkömmlichen Gewerbebetrieb wird auch bei der Betreibergesellschaft des Kraftwerkes Gewerbesteuer fällig. Wie hoch diese ausfällt kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau beantwortet werden. Beteiligt sich die Kommune an der Wärmevermarktung kämen anteilig Erlöse aus dem Wärmeverkauf hinzu, dem entgegen stünden natürlich erst einmal anteilig Aufwendungen für die zu verlegende Infrastruktur.

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Eingesandt von Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten, 15.02.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Marc André Glöckner, Unternehmenskommunikation ÜWG

Zu betrachten ist ein Zeitraum von über 25 Jahren, der sich über die verschiedenen Phasen der Projektentwicklung eines Kraftwerkes von Planung, Bohrung, Bau und Betrieb des Kraftwerkes erstreckt. In diesem Zeitraum wird Personal verschiedener Fachrichtungen vom Architekten über den Statiker, dem Bauingenieur hin zum Anlagentechniker und Machinenbauingenieur für die Planung und den Bau des Kraftwerkes, sowie während des Betriebes Wartungs- und Reinigungspersonal benötigt.
Der Betrieb einer Geothermieanlage, wie sie am Standort in Groß-Gerau geplant ist, erfordert kein dauerhaft vor Ort anwesendes Personal. In der Anfangszeit werden tägliche Besuche, Kontroll-, Einstellungs- und Säuberungsarbeiten notwendig sein. Diese werden beim Regelbetrieb reduziert werden können. Instandhaltungsmaßnahmen sind während der Betriebsphase jedoch weiterhin notwendig und benötigen Personal.
Während des Betriebs kommt es auf die individuelle Situation des Kraftwerks- und Wärmeprojekts an. Werden über Fernwärme Bewohner und Betriebe mit Wärme versorgt, ist mit einem auch dauerhaft größeren Personalbedarf zu rechnen, als bei einem reinen Stromkraftwerk. Für den Aufbau eines Wärmenetzes werden lokale Tiefbaufirmen und Rohrleitungsfachfirmen benötigt, sowie für die Installation der Wärmetauscher Heizungsmonteure und Wartungspersonal. Hier bevorzug die ÜWG selbstverständlich das örtliche Handwerk.
Durch den Aufbau des neuen Geschäftsfelds Erneuerbare Energien sichert die ÜWG die bestehenden Arbeitsplätze vor Ort. Zusätzlich wurden hierfür in den vergangenen Jahren zwei neue Vollzeitstellen geschaffen.

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Eingesandt von Andreas Peters, 06.02.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Marc André Glöckner, Unternehmenskommunikation ÜWG

Es ist angedacht, dass sich der Zweckverband Riedwerke mit 5% an der ÜWG GmbH beteiligt. Nach Vorstellungen der Stadtwerke Mainz AG und der Riedwerke soll die Beteiligung mit einer garantierten, fixen Dividende ausgestattet werden. Risiken (und Chancen) aus dem Geothermieprojekt trägt deshalb ausschließlich der Mehrheitsgesellschafter Stadtwerke Mainz AG; dies gilt ebenso für Haftung und Finanzierung des Projektes.

Da weder eine Haftung noch eine Finanzierung des Geothermieprojektes der ÜWG GmbH seitens der Riedwerke angedacht ist, bestehen weder steuerliche noch wirtschaftliche Auswirkungen.

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Eingesandt von Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten, 11.02.2013

Antwort:

Die ÜWG Geschäftsführung hat den Auftrag von ihren Aufsichtsgremien, Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energien umzusetzen. Dieser Auftrag lässt sich sehr gut mit den politischen Zielen des Kreises Groß-Gerau verknüpfen, nämlich den Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromproduktion bis 2020 auf 30 % zu erhöhen. Neben diesen gesellschaftlichen und energiepolitischen Zielen verfolgen wir selbstverständlich auch wirtschaftliche Interessen und wollen bei unseren Projekten auch eine risikoadäquate Verzinsung des eingesetzten Kapitals. Im Unterschied zu den Zielen privatwirtschaftlicher Unternehmen ist diese jedoch nicht auf schnelle Rendite angelegt, sondern setzt auf langfristige Erfolge.

Der Amortisationszeitraum für ein Geothermiekraftwerk ergibt sich aus der Höhe der Investitionen, der Betriebskosten, ihre Einnahmen an den Bedingungen der Finanzierung. Den genauen Amortisationszeitraum können wir momentan nicht ermitteln, weil unsere Planungen in vielen Punkten noch auf Annahmen basieren. Wir kennen weder die genauen Investitionskosten, die wirkliche Leistung des Kraftwerks oder den erzielbaren Wärmepreis. Der Amortisierungszeitpunkt liegt üblicherweise zwischen 10 und 15 Jahren. Einen Businessplan werden wir kennen, wenn uns der Bohrplatz sowie die Auflagen der Genehmigung bekannt sind. Ob und in welchem Umfang wir diesen vorstellen, werden wir dann entscheiden.

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Eingesandt von Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten, 11.02.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoT

In einer Ausarbeitung im Auftrag des Bundesumweltministeriums (TAB Studie 2003) wird ein technisches Potenzial der tiefen Geothermie bei der Stromerzeugung von etwa 50% des jährlichen Strombedarfs Deutschlands beschrieben. Die genannten 1% der Landesregierung Rheinland-Pfalz stellen die unterste Grenze dar. Die TAB Studie gibt keinen Zeitraum an, während Rheinland-Pfalz den Zeitraum bis 2030 angibt. Der geringe Anteil von 1% ist also einerseits der langen Entwicklungszeit der Geothermieanlagen geschuldet, andererseits liegen Annahmen zur Erschließungsgeschwindigkeit (Wirtschaftlichkeit, Verfügbarkeit von Bohrgeräten, Aufbau einer geothermischen Industrie,…) zu Grunde. Der Anteil der Geothermie kann bei günstigeren Annahmen auch wesentlich größer sein.

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Eingesandt von Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten, 11.02.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoT

Falls eine Leckage trotz aller Vorsichtsmaßnahmen auftritt, sind folgende Vorkehrungen getroffen:
Das Kraftwerk wird außer Betrieb genommen und durch technische Einrichtungen (Schieber, Ventile etc.) die Menge an ausgetretener Flüssigkeit begrenzt. Die Flüssigkeiten werden umgehend mit Bindemitteln aufgefangen. Der Boden ist so abgedichtet, dass kein Wasser in den Untergrund gelangen kann und ist beckenartig aufgebaut, so dass die ausgetretene Flüssigkeit den gesicherten Bereich nicht verlassen kann. Durch Sicherheitsüberwachungseinrichtungen wird Personal alarmiert, welches die Sicherungsmaßnahmen überprüft und eine fachgerechte Beseitigung der ausgetretenen Flüssigkeiten veranlasst. Der Grundwasserschutz ist auch eines der wichtigsten Themen bei den Bauauflagen und den Betriebsplänen des Kraftwerks und unterliegt deshalb der besonderen Aufmerksamkeit der Zulassungs- und Genehmigungsbehörden.

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Eingesandt von Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten, 10.02.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Janusch Hamann, Leiter Referat Recht ÜWG

Es ist aus technischer Sicht nicht erforderlich und aus wirtschaftlicher Sicht nicht vertretbar, jedes einzelne Haus in größerer Umgebung der Geothermieanlage einer Beweissicherung zu unterziehen. Es sollen deshalb ausgewählte Häuser, Häusergruppen oder Straßenzüge betrachtet werden, die eine Übertragung der getroffenen Feststellungen auf die umgebenden Häuser zulassen. Einzelheiten befinden sich noch in der Diskussion.

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Eingesandt von Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten, 10.02.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. Lasse Wallquist, Stiftung Risiko-Dialog

Falls ein Standort ausgewählt wird, sind Workshops mit den Anliegern geplant. Darin sollen die Details zur Auslegung des Projekts vor Ort diskutiert werden. Zudem wurde angeregt, dass der Beirat weitergeführt werden soll. Am zweiten Bürgerforum wurde vorgeschlagen eine(n) Ombudsmann/-frau einzurichten. Im Beirat werden diese Ideen nun diskutiert.

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Eingesandt von Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten, 10.02.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoT

Es sind die beiden Phasen des Baus und des Betriebs der Anlage zu unterscheiden.
Bei den Bohrungen sind alle Einrichtungen (z.B. Blow-out-preventer) und das dazu ausgebildete Personal auf der Bohrstelle vorhanden, um in der Gefahrenabwehr tätig zu werden. Der Einsatz z.B. der Feuerwehr wäre ergänzend und in Abstimmung mit den ausgebildeten Fachkräften vor Ort möglich.

In der Betriebsphase sind die Arbeitsmittel des Kraftwerks, z.B. Iso-Pentan zu betrachten. Da die Feuerwehr für die Bekämpfung von Gefahren unter anderem an Tankstellen ausgebildet ist, kann sie auch mit potenziellen Gefahrensituationen in einem Geothermiekraftwerk umgehen. Darüber hinaus macht es Sinn, die Mannschaften der zuständigen Feuerwehr mit den Örtlichkeiten des Kraftwerkes vertraut zu machen. Je nach Ausstattung der Feuerwehr kann es notwendig werden, zusätzliche geeignete Löschmittel, Schutzanzüge oder Spezialarmaturen anzuschaffen. Falls Kosten hierfür entstehen, werden diese von der ÜWG getragen.

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Eingesandt von Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten, 09.02.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoT

Die schraffierten Flächen markieren die Bereiche im Untergrund in denen eine oder mehrere markante Störungszonen verlaufen, die - aus geologischer Sicht betrachtet - besonders günstige Eigenschaften (hohe Thermalwasserdurchlässigkeit) aufweisen. Die Gesteine um diese Bereiche herum sind ebenfalls durchlässig, jedoch ist die Durchlässigkeit geringer. Ziel ist, die Bereiche im Untergrund zu erschließen, die die beste Durchlässigkeit haben, um so Risiken zu vermeiden (Seismizität) und Effizienz (geringer Pumpenstrom) zu gewinnen.
Da wir von einem nachhaltigen Betrieb ausgehen, erwarten wir keine Abkühlung.

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Eingesandt von Marcus L., 31.01.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. Ing. Horst Kreuter, Geschäftsführer von GeoT

Das Forschungsprojekt SiMoN („Seismisches Monitoring im Zusammenhang mit der geothermischen Nutzung des nördlichen Oberrheingrabens“) dient der Überwachung der Seismizität vor und während der Errichtung sowie des Betriebs von Geothermieanlagen. Betrieben wird das Netz von den Universitäten Frankfurt und Stuttgart sowie vom HLUG.
Die Webseite von SiMoN ist hier zu finden: www.simon.hlug.de
Ein Ziel ist das bessere Verständnis der Zusammenhänge zwischen natürlicher Nano-, Mikro- und Makroseismizität sowie der durch technische Eingriffe induzierten Seismizität zu erlangen.
Durch eine lange Beobachtungsdauer der seismischen Aktivität können aktive Störungszonen besser identifiziert werden. Des Weiteren können auf dieser Grundlage die für ein Geothermieprojekt notwendigen Eingriffe während der Projektumsetzung so angepasst werden, dass die induzierte Seismizität minimiert bzw. verhindert wird.
Dieses schon 2 Jahre vor dem geplanten Beginn der Bohrarbeiten installierte regionale und verdichtete Messnetz für ein seismisches Langzeitmonitoring versetzt die Fachleute und Überwachungsbehörden in dieser Weise zum ersten Mal in die Lage, die Phase vor Beginn einer geothermischen Nutzung einer Region mit der nötigen Detailtreue zu dokumentieren.
Eine Besonderheit stellen auch die nanoseismischen Messkampagnen zur Detektion kleinster seismischer Ereignisse dar. In einer Ruhemessung wird die die natürliche Hintergrundseismizität erfasst. Spätere Messphasen während des Baus und Betriebs der Geothermieprojekte zeigen die Unterschiede auf.

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Eingesandt von Günter Ehrenberger, 04.02.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. Lasse Wallquist, Stiftung Risiko-Dialog

Vielen Dank für Ihre Anregung. Wir haben neu eine Unterkategorie «noch nicht beantwortete Fragen» eingefügt, sodass auch diese Fragen eingesehen werden können.

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Eingesandt von Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten, 03.02.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoT

Die seismologischen Beobachtungsnetze für eine Geothermieanlage sind so konzipiert, dass möglichst kleine Erdbeben (mit sehr kleinen Magnituden) im Umfeld der Anlage detektiert und lokalisiert werden können. Sie dienen zum einen dazu möglichst frühzeitig eine sich aufbauende Seismizität zu erkennen. Beobachtet man eine sich aufbauende Seismizität, kann durch geeignete Massnahmen (z.B. durch Druckrücknahme an der Reinjektionsbohrung) ein weiteres Ansteigen vermieden werden.
Zum anderen dient so ein Messnetz dem Nachweis, ob das Ereignis mit der Geothermieanlage räumlich korreliert oder nicht. Von einer räumlichen Korrelation wird gesprochen, wenn das Hypozentrum in der Nähe der Bohrung(en) lokalisiert werden kann. Unter Berücksichtigung der räumlich begrenzten Spannungsbeeinflussung durch die Geothermieanlage und der Ungenauigkeit bei der Ortung seismischer Ereignisse wird ein Radius von ca. 5 km (in der Horizontalen) um die Bohrlandepunkte angesetzt. Sobald das Epizentrum eines seismischen Ereignisses innerhalb des so definierten Einflussbereiches lokalisiert wird, liegt eine räumliche Korrelation vor. Ist dann noch die Tiefenlage des Erdbebenherdes im Bereich des Reservoirs bzw. der Druckbeeinflussung durch die Geothermieanlage, geht man von einem induzierten Erdbeben aus.

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Eingesandt von Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten, 03.02.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoT

Das Hypozentrum, also die Lage des Erdbebenherdes im Untergrund, wird mit Hilfe der Laufzeiten der seismischen Wellen vom Herd zu den seismologischen Stationen berechnet. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Wellen hängt vom Ausbreitungsmedium (d.h. der Geologie), durch den die Wellen hindurchlaufen, ab. Die Erdbebendienste verwenden ein für ihre Beobachtungsregion angepasstes Geschwindigkeit-Tiefen-Modell. Der Bereich des Oberrheingrabens wird von mehreren Erdbebendiensten beobachtet, wobei jeder sein eigenes Geschwindigkeit-Tiefen-Modell zur Berechnung der Hypozentren verwendet.
Neben den unterschiedlichen Geschwindigkeit-Tiefen-Modellen hängt die Lokalisierungsgenauigkeit auch von der relativen Lage der seismologischen Beobachtungsstationen zum Erdbebenherd ab. Der Betreiber eines lokalen Messnetzes, wie das für das Geothermieprojekt Landau, hat zu dem durch die Geothermieanlage induzierten Erdbeben sehr nahe gelegene Stationen. Dies ist von großer Bedeutung für die Genauigkeit bei der Bestimmung der Herdtiefe. Im Detail kann es dadurch zu unterschiedlichen Lokalisierungen ein und desselben Erdbebens durch die Erdbebendienste und des Betreibers kommen. Um diese Diskrepanz zu lösen, ist es nötig alle verfügbaren seismologischen Daten zu sammeln und eine konsistente Bestimmung des Hypozentrums mit einem lokal angepassten Geschwindigkeit-Tiefen-Modellen durchzuführen. Dies erfordert eine Offenlegung und Verfügbarmachung der Daten.

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Eingesandt von Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten, 03.02.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoT

Ein Erdbeben mit der Magnitude 2,5 hat eine räumliche Dimension der Herdfläche (=Fläche entlang der benachbarte Gesteinsbereiche gegeneinander bewegt werden) von ca. 100 m x 100 m. Die durch ein Geothermiekraftwerk möglicherweise induzierten Erdbeben treten in der direkten Umgebung der Bohrungen auf (im Bereich der Druckänderung im Reservoir aufgrund der Thermalwasserzirkulation). Benachbarte Geothermiekraftwerke müssen allein aus Eigeninteresse einen genügend großen Abstand zum benachbarten Kraftwerk haben, um sich nicht gegenseitig thermohydraulisch nachteilig zu beeinflussen. Ist das benachbarte Geothermiekraftwerk ein mehrere Kilometer entfernt, und zirkuliert zudem auf einer anderen Störung, kann eine Kettenreaktion ausgeschlossen werden.

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Eingesandt von Elisabeth Schweikert, 02.02.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoT

Bei den in Mitteleuropa im Untergrund angetroffenen Temperaturen werden in der Geothermie so genannte binäre Kraftwerke eingesetzt. Diese arbeiten nicht mit Wasserdampf als Arbeitsmittel, sondern mit organischen Stoffen (ORC-Anlage) oder einem Ammoniak-Wasser-Gemisch (Kalina-Anlage), wobei Kalina-Anlagen bei geringeren Thermalwassertemperaturen eingesetzt werden. Bei den in Groß-Gerau erwarteten Temperaturen von etwa 160 °C wird eine ORC-Anlage eingesetzt. Das Arbeitsmittel wird nach seiner Effizienz bei dem entsprechenden Temperaturniveau und den herrschenden Verhältnissen ausgewählt. Ein gängiges Arbeitsmittel in ORC-Anlagen ist Iso-Pentan, ein Kohlenwasserstoff. Dieses ist mit Benzin vergleichbar, wobei Benzin ein größeres Risiko darstellt. Das Iso-Pentan wird unter kontrollierten Bedingungen in einem Kraftwerk, welches gesichert und umzäunt ist, eingesetzt. Es werden Vorkehrungen getroffen, die zum Einsatz kommen, sollte eine Leckage auftreten. Der Umgang mit dem gefährlicheren Benzin an der Tankstelle geschieht unter wesentlich geringeren Sicherheitsvorkehrungen.

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Eingesandt von Günter Ehrenberger, 31.01.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoT

Zur Deckung des Eigenstromverbrauchs wird der Strom im Markt eingekauft. Legt man den Strommix in Deutschland zu Grunde, ist nur ein Anteil von 18% aus Kernenergie im Strom vorhanden. Falls Sie keinen Ökostromanbieter gewählt haben, beziehen Sie ebenfalls 18% Atomstrom. Der Betreiber der Geothermieprojekte in Landau und Insheim bezieht für seinen Eigenstromverbrauch Ökostrom aus Wasserkraft in Norwegen. Es ist im Falle des Geothermieprojekts im Raum Groß-Gerau ebenfalls geplant Ökostrom zu beziehen.

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Eingesandt von Günter Ehrenberger, 31.01.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoT

Der Eigenstromverbrauch des Kraftwerks geht hauptsächlich auf die Förderpumpe zurück. Der Stromverbrauch der Förderpumpe ist davon abhängig wie gut die Förderbohrung an das Reservoir angeschlossen ist. Ziel der Planung und Durchführung der Bohrungen ist deshalb den Bereich einer Störungszone aufzusuchen und zu erschließen, der über eine sehr hohe Durchlässigkeit verfügt. Deshalb lässt sich der Stromverbrauch der Förderpumpe im Moment noch nicht vorhersagen. In Landau beträgt der Stromverbrauch 29% des selbst erzeugten Stroms. Die aufwändigen Erkundungen und Vorarbeiten für ein Geothermiekraftwerk haben das Ziel, möglichst weit unterhalb diesen Wert zu kommen bzw. den Stromverbrauch so gering wie möglich zu halten.

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Eingesandt von Günter Ehrenberger, 31.01.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoT

Das geförderte Thermalwasser wird beim Zirkulationsbetrieb zu 100% wieder in das Reservoir zurückgeführt. Geringe Verluste entstehen nur bei den hydraulischen Testarbeiten, bei denen das Thermalwasser vorübergehend in ein Thermalwasserbecken eingeleitet wird. In diesem Fall verdunstet ein Teil des Thermalwassers. Die Testarbeiten werden nur in der Bauphase durchgeführt.

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Eingesandt von Elisabeth Schweikert, 31.01.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. Ing. Horst Kreuter, Geschäftsführer von GeoT

Wo immer technisch und wirtschaftlich möglich, wird jedes Geothermieprojekt nicht nur Strom erzeugen, sondern auch die Wärme nutzen. Dieses ist aus ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten sinnvoll. Die Wärme kann zu Heizzwecken aber auch im Gewerbe und in der Industrie genutzt werden. Gerade auch die Agrarwirtschaft nutzt bei Trocknung und Heizung (Gewächshäuser) die Wärme zu Senkung der Kosten. In Holland ist die sog. „Tomaten-Geothermie“ ein Erfolgsmodell mit einer stetig wachsenden Anzahl von Anlagen. Die Wärme kann auch zu Kühlzwecken genutzt werden, da die geothermische Wärme in so genannten Kältemaschinen in Kälte umgewandelt werden kann.

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Eingesandt von Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten, 31.01.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. Ing. Horst Kreuter, Geschäftsführer von GeoT

Bei einer chemischen Stimulation werden verdünnte Säuren (z.B. Salzsäure) verwendet, um in der direkten Umgebung des Bohrloches im Reservoirbereich durch Lösung bestimmter mineralischer Komponenten(z.B. Kalk) die Durchlässigkeit zu verbessern. Auch Bohrklein, das in die offenen durchlässigen Bereiche eingespült wurde, kann so entfernt werden, denn Säuerungsmaßnahmen werden auch durchgeführt, um Fließwiderstände in Bohrlochnähe zu beseitigen, die während des Bohrens, der Komplettierung oder beim Betrieb der Anlage (Ablagerungen) entstanden sind.
Chemische Stimulationen können am besten in Karbonatgesteinen (hauptsächlich Kalksteine), in Deutschland z.B. im Malm des Molassebeckens und dem Muschelkalk im Oberrheingraben, durchgeführt werden. In Kalksteinen kann mit einer oder mehreren Säuerungen eine Vermehrfachung der Durchlässigkeit des Gesteins erreicht werden. Säuerungen werden in fast allen Bohrungen durchgeführt, auch in Trinkwasserbrunnen!
Die Rotliegendsedimente, die in Südhessen genutzt werden sollen, sind nicht so leicht zu lösen, so dass die Säuerungen vornehmlich zur Säuberung des Umfelds der Bohrungen genutzt werden können.
Bei der Reaktion im Untergrund wird die Säure neutralisiert. Es entstehen unbedenkliche Abbauprodukte.

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Eingesandt von Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten, 31.01.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. Ing. Horst Kreuter, Geschäftsführer von GeoT

Es hängt von verschiedensten lokalen Bedingungen ab, ob eine bestimmte Magnitude gespürt wird, oder nicht. Bedingungen sind z.B.:

  • die Tiefe in der die Erschütterung erzeugt wurde,
  • die Dämpfung der bis zur Oberfläche anstehenden Schichten
  • der Aufbau des nahe an der Oberfläche anstehenden Erdbodens
  • die örtliche Situation der Person (ruhige/vibrationsbelastete Umgebung, Tag/unruhig oder Nacht/ruhig, Erdgeschoss/Hochhaus,…)

Aus diesem Grund ist es auch schwierig einen Radius anzugeben. Es sind Situationen vorstellbar, in denen in der Nähe von einem Epizentrum keine Erschütterungen gespürt werden, in etwas weiter entfernten Standorten eine Erschütterung gespürt wurde. Im Prinzip nehmen jedoch die Bodenbewegungen mit dem Abstand vom Epizentrum ab. Die Festlegung eines Radius ist nur sinnvoll um weiter entfernte Bereiche von sicher nicht betroffenen Bereichen auszuschließen. In der engeren Umgebung um ein Geothermieprojekt ist ein festgelegter Radius nicht sinnvoll.
Bei den geringen Magnituden bis 2,5 sind auch bei weichen Böden wie im Hessischen Ried keine negativen Auswirkungen auf den Baugrund zu erwarten.

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Eingesandt von Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten, 31.01.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Marc André Glöckner, Unternehmenskommunikation ÜWG

Die Standortwahl hängt von vielen Faktoren ab: Geologie, Natur- und Umweltschutz, Siedlungsgebiete, Wärmeabnehmer und Infrastruktur. Die geologischen Kriterien wurden bereits durch die seismischen Messungen geprüft und die daraus resultierenden Eignungsgebiete identifiziert. Die Standortfrage und die Rahmenbedingungen der Wärmenutzung sollen im Zuge des Bürgerdialogs im Rahmen der Bürgerforen und Beiratssitzungen mit der Bevölkerung abgestimmt werden. Danach soll die konkrete Standortentscheidung fallen. Der Standort soll dort gewählt werden, wo er die größte Akzeptanz und die besten Rahmenbedingungen findet.
Wie die Wärme verwendet werden soll muss mit der Bevölkerung offen diskutiert werden. Denkbar wäre sowohl ein Kraftwerk auf der „grünen Wiese“ als auch ein Kraftwerk in einem bereits bestehenden Gewerbegebiet. Für die Wärmenutzung gibt es vielfältige Möglichkeiten wie z.B. Landwirtschaft (Gewächshäuser), Trocknung (Kräuter, Holz, Getreide), Bäder (Schwimm- und Thermalbäder), Wohngebiete oder Gewerbegebiete. Über die Ansiedlung von möglichen Wärmeabnehmern muss am Ende auch die Kommune im Rahmen der Bauleitplanung mitentscheiden.
Denkbar wäre auch ein Kraftwerk ohne Wärmeauskopplung, d.h. nur die reine Stromproduktion. Dies wäre grundsätzlich auch wirtschaftlich darstellbar.

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Eingesandt von BI Lebenswertes Wallerstädten, 31.01.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoT

Das abgekühlte Thermalwasser, welches reinjiziert wird, breitet sich im Reservoir entlang von Rissen und Klüften aus und fliesst langsam in Richtung Förderbohrung. Dabei wärmt sich das Wasser durch das heiße umgebende Gestein wieder auf und dem Gestein wird Wärmeenergie entzogen. Durch zuströmende Wärme aus der Tiefe wird das Reservoir im Oberrheingraben jedoch gleichzeitig wieder aufgeladen, so dass eine nachhaltige Nutzung gegeben ist. Die Nachhaltigkeit der Wärme im Reservoir lässt sich aus der Betriebserfahrung des Geothermieprojekts in Landau ableiten (siehe 2. Bürgerforum, Vortrag Christian Lerch).
Das Volumen des Gesteins ist temperaturabhängig. In heißem Zustand ist das Volumen größer, in kaltem kleiner. Da sich bei Temperaturänderung das Volumen des Gesteins aufgrund seiner Heterogenität nicht gleichmäßig ändert, entstehen im Gestein thermisch bedingte Spannungen. Je nach Gestein können dabei sehr feine Risse an den Korngrenzen entstehen.

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Eingesandt von Marcus L, 31.01.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Janusch Hamann, Leiter Referat Recht ÜWG

Das Projekt ist versichert. Der Versicherungsschutz ist Genehmigungsvoraussetzung für die Errichtung und den Betrieb eines Geothermiekraftwerks. Die Haftpflichtversicherung besteht mit unbegrenzter Deckung für Personen-, Sach- und Vermögensschäden und deckt Schäden aus der Bohrung, etwaigen Stimulationsmaßnahmen und dem späteren Betrieb der Anlage ab. Voraussetzung ist selbstverständlich, dass ein Haftpflichtschaden vorliegt, ÜWG also gesetzlich zum Schadensersatz verpflichtet ist.

ÜWG strebt allerdings an, den Schadensfeststellungs- bzw. Schadensregulierungsprozess, unabhängig davon, ob im Ergebnis ein Haftpflichtschaden festgestellt wird oder nicht, möglichst fair und unbürokratisch zu gestalten. Ziel ist, die Betroffenen von Kostennachteilen freizustellen, die durch die Feststellung von Schäden und deren Ursachen entstehen, und ihre Beweislage zu verbessern. Dieses Ziel soll zum einen durch ein Beweissicherungsverfahren erreicht werden, das im Vorfeld der Geothermiemaßnahmen durchgeführt wird, um den Zustand von repräsentativen Bauobjekten festzustellen und einen Vergleich von „vorher und nachher“ zu ermöglichen; zum anderen durch die Umsetzung eines Schadenregulierungskonzeptes, an dessen Details noch gearbeitet wird.
Das Schadenregulierungskonzept soll im Wesentlichen wie folgt konstruiert sein:

• Auswahl und Einsetzung eines unabhängigen Ombudsmanns (OM) durch den Geothermiebeirat
• Wahrnehmung der Funktion eines Kontrollgremiums („Aufsichtsrat“) gegenüber dem OM durch den Geothermiebeirat
• Finanzierung des OM durch ÜWG, jedoch ohne jegliches Abhängigkeitsverhältnis
• Festlegung der Höhe der Aufwandsentschädigung für den OM durch Geothermiebeirat
• Bestimmung von mindestens 2 Sachverständigen durch OM samt Entscheidung über deren Einsetzung
• Bereitstellung eines Budgets für Sachverständige etc. durch ÜWG
• Gewährleistung eines strukturierten Schadenregulierungsprozesses (von Schadensmeldung bis Schadensersatz)

Damit wird sichergestellt, dass der Betroffene mit seinem Problem nicht allein gelassen wird und zunächst auf eigene Kosten und eigenes Risiko einen Sachverständigen beauftragen muss (falls eine Beweisführung sich nicht bereits durch das Ergebnis des Beweissicherungsverfahrens erübrigt), sondern in Person des OM von vornherein einen von ÜWG unabhängigen, vertrauenswürdigen Ansprechpartner hat, dessen Auftrag darin besteht, den Schaden des Betroffenen und den Ursachenzusammenhang, bei Bedarf mit sachverständiger Hilfe, unvoreingenommen und objektiv festzustellen.
Denkbar ist auch, dass ÜWG Schäden bis zu einer bestimmten Wertgrenze, sofern sie nicht ersichtlich “geothermiefremd“ sind, ohne Beteiligung des Haftpflichtversicherers auf Kulanzbasis reguliert.
Wie bereits erwähnt, werden Details noch festgelegt und rechtzeitig bekannt gegeben.

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Eingesandt von Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten, 31.01.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. Ing. Horst Kreuter, Geschäftsführer von GeoT

Eine zweite Reinjektionsbohrung kann sinnvoll werden, wenn die geologische Formation, in die das Wasser zurückgeführt werden soll, nicht die nötige Durchlässigkeit besitzt bzw. das Wasser nur unter hohem zusätzlichem Druck eingepresst werden kann. Alternativ kann die Bohrung auch tiefer ausgeführt oder durch einen Abzweig (side-track) ergänzt werden.
Durch eine dieser Möglichkeiten soll dann die Rückführung des Wassers ohne zusätzlichen Druck in den Untergrund erleichtert werden. Ob eines bzw. welches der genannten Konzepte nötig wird, weiß man erst nach den hydraulischen Testarbeiten am Ende der ersten Reinjektionsbohrung.

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Eingesandt von Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten, 31.01.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. Ing. Horst Kreuter, Geschäftsführer von GeoT

Mit der über 3000 m tiefen Bohrungen werden salinare Thermalwässer nach oben gefördert. Die damit verbundenen Phänomene der Korrosion und Ausfällungen sind Fragestellungen, die bei Geothermieprojekten im Oberrheingraben und in Norddeutschland üblicherweise auftreten. Es gibt deshalb schon weitreichende Erfahrungen.
Das Thermalwasser wird im Hinblick auf seine Korrosivität getestet und es werden Materialien ausgewählt, die bei der angetroffenen Thermalwasserzusammensetzung möglichst resistent sind. Korrosion war bei den Projekten in Deutschland noch kein großes bzw. unlösbares Problem.
Die Bildung von Ablagerungen, in der Geothermie auch „scaling“ genannt, treten vor allem dann auf, wenn in dem Thermalwasser eine große Menge von Salzen gelöst ist. Unter den Druck und Temperaturbedingungen, wie sie in dem Reservoir herrschen, sind alle gelösten Minerale und Gase im Gleichgewicht. Erst wenn sich das Gleichgewicht durch Druck-und/oder Temperaturabnahme ändert, wird das Gas frei und die Minerale fallen aus. In dem geschlossenen Thermalkreislauf werden die Druckbedingungen so eingestellt, dass selbst bei Abkühlung des Thermalwassers im Thermalwasserkreislauf die Gleichgewichtsbedingungen nicht verändert werden. Die größte Stellschraube dabei ist der Druck unter dem das Wasser im Kreislauf gehalten wird. Wird das Scaling so kontrolliert und unterbunden, müssen die Rohre nicht gereinigt und kein abgelagertes Material entsorgt werden.
Brüche von Pumpengestänge sind aus dem Betrieb von Gestängepumpen in der Geothermie nicht auffällig geworden. Probleme sind eher in Dichtungen zu sehen. Mit den benötigten Temperaturen und Fördermengen sind die Anforderungen an die Pumpentechnik sehr anspruchsvoll. Die Ingenieure arbeiten daran, die Laufzeiten der Pumpen in diesem Anforderungsbereich weiter zu erhöhen, um Servicezeiten und Pumpenwechsel zu minimieren.
Jede Wärmeversorgung muss die Versorgung der Kunden sicherstellen. Geothermische Anlagen zur Wärmeversorgung stellen meist eine ausreichend große Menge an Wärme für die Versorgung des lokalen Bedarfs zur Verfügung. Bei sehr großer Wärmenachfrage wird die Grundlast von der Geothermieanlage und die Spitzenlast durch alternative Wärmeerzeugung abgedeckt. Diese können konventioneller aber auch regenerativer Natur sein. Eine Biogasanlage könnte eine sinnvolle regenerative Ergänzung darstellen. Beispiele sind die Bioenergie Taufkirchen mit angeschlossenem im Bau befindlichen Geothermiekraftwerk. In Neuried bei Offenburg ist ein Hybridkonzept aus einer Biogasanlage und einer Geothermieanlage geplant.
Häufig ist jedoch auch konventionelle Wärmeerzeugung (meist aus Gas) vorgesehen. Gas wird allerdings nur verbrannt, wenn die Geothermieanlage ausfällt oder Leistungsspitzen abgedeckt werden müssen.
Bei einer Geothermieanlage mit mehr als einer Produktionsbohrung ist meist kein konventionelles Redundanzkraftwerk notwendig.

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Eingesandt von Bürgerinitiative Lebenswertes Wallerstädten, 31.01.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Janusch Hamann, Leiter Referat Recht ÜWG

Grundsätzlich trägt ÜWG als Vorhabensträger die Gesamtverantwortung für das Bauvorhaben. Insbesondere für verschuldensunabhängig eintretende Schäden können Schadensersatz- bzw. Entschädigungsansprüche nur ÜWG gegenüber geltend gemacht werden.
Daneben haften grundsätzlich auch die Subunternehmen der ÜWG, wenn sie Dritten schuldhaft Schäden zufügen. Dabei kommt es aber auf die Liquidität des einzelnen Subunternehmens im Ergebnis nicht an. Dies sei am Beispiel der in der Frage genannten Bohrgesellschaft kurz erklärt:

Die Bohrgesellschaft und ihre Versicherung übernehmen nur einen Teil des Risikos. Die Bohrgesellschaft wird deshalb üblicherweise in ein Gesamtversicherungskonzept (Bauherrenversicherung) eingebunden, das sämtliche Haftungsrisiken abgesichert. Nach außen hin besteht deshalb vollumfänglicher Versicherungsschutz.

Wichtig erscheint in diesem Zusammenhang noch ein Hinweis darauf, dass im Zuge der Ausschreibung einer Baumaßnahme bei der Auswahl der Unternehmen Qualitätsprüfungen möglich sind: Eignung, Erfahrung und Zuverlässigkeit durch den Nachweis von Zertifikaten und Prüfungen (Audits). ÜWG wird die Auswahl der Subunternehmen sehr sorgfältig durchführen. Dadurch wird das Risiko des Eintritts von Drittschäden weiter minimiert. Ganz ausschließen lässt sich ein solches Risiko jedoch nicht. Schäden durch menschliches Versagen kommen bekanntlich in allen Lebenslagen vor. Sie können letztlich nicht ganz verhindert, allerdings durch Versicherungen abgedeckt werden.

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Eingesandt von Marcus L., 31.01.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Marc André Glöckner, Unternehmenskommunikation ÜWG

Seit Veröffentlichung der Eignungsgebiete Ende November 2012 sind mehrere Unternehmen und Investoren an die ÜWG herangetreten und haben Interesse als mögliche Wärmeabnehmer signalisiert. Die ÜWG hat jedoch noch keine Standortentscheidung getroffen und hat deshalb die Interessenten auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet. Die Standortfrage und die Rahmenbedingungen der Wärmenutzung sollen im Zuge des Bürgerdialogs im Rahmen der Bürgerforen und Beiratssitzungen mit der Bevölkerung abgestimmt werden.
Denkbar wäre sowohl ein Kraftwerk auf der „grünen Wiese“ als auch ein Kraftwerk in einem bereits bestehenden Gewerbegebiet. Für die Wärmenutzung gibt es vielfältige Möglichkeiten wie z.B. Landwirtschaft (Gewächshäuser), Trocknung (Kräuter, Holz, Getreide), Bäder (Schwimm- und Thermalbäder), Wohngebiete oder Gewerbegebiete.
Über die Ansiedlung von möglichen Wärmeabnehmern muss am Ende auch die Kommune im Rahmen der Bauleitplanung mitentscheiden.

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Eingesandt von Marcus L., 31.01.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Marc André Glöckner, Unternehmenskommunikation ÜWG

Die ÜWG möchte das Geothermieprojekt gemeinsam mit der Bevölkerung entwickeln und voran bringen. Jeder Bürger hat die Möglichkeit sich und seine Interessen frühzeitig einzubringen und die Rahmenbedingungen so direkt mitzubestimmen.
Ziel ist es, mit der ausführlichen Beteiligung der Bevölkerung im Rahmen der öffentlichen Bürgerforen und der Verhandlungen im Geothermiebeirat, gemeinsam die Rahmenbedingungen zu erarbeiten, die notwendig sind, um die breite Akzeptanz der Bevölkerung für ein solches Kraftwerk zu bekommen.
Einmalig bei einem solchen Projekt, ist die Tatsache, dass noch vor der endgültigen Entscheidung für einen konkreten Standort und dessen Entwicklung und Genehmigung, die Bevölkerung sowie die Verbände und Initiativen im Rahmen eines ausführlichen Bürgerdialogs einbezogen werden. Dabei handelt es sich um einen Bürgerdialog, der über das rechtlich vorgeschriebene Maß an Information und Beteiligung der Öffentlichkeit deutlich hinausgeht. Geleitet und moderiert wird der Prozess von der unabhängigen Stiftung Risiko-Dialog.
Sollte trotz der ausführlichen Bürgerbeteiligung keine breite Akzeptanz für das Geothermiekraftwerk geschaffen werden, wird ÜWG kein Kraftwerk bauen. Sollten die Bürgerforen zu keinem eindeutigen Stimmungsbild kommen, wäre eine repräsentative Abstimmung zur Akzeptanzmessung, z.B. durch eine Umfrage, möglich.

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Eingesandt von A.Geiss, 18.01.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoT

Die Rückführung der abgekühlten Thermalsole in den Untergrund erfolgt über die Injektionsbohrung in Reservoirtiefe. Nur in diesem Bereich ist das Bohrloch nicht verrohrt, so dass die Thermalsole aus dem Bohrloch ins Nebengestein eindringen kann. Das sollte bei entsprechend hoher Durchlässigkeit des Nebengesteins ohne größere Drücke passieren. Ist die Durchlässigkeit zu gering bzw. lässt sich das Thermalwasser nur schlecht injizieren, kommt es zu einer Druckerhöhung im Reservoir. Die Erhöhung des Porendruckes in der Umgebung des Bohrlochs kann dazu führen, dass es zu kleineren Bewegungen im Untergrund kommt, die messbar aber nur in Ausnahmefällen an der Oberfläche wahrnehmbar sind. Ziel ist es deshalb die Injektionsbohrung so im Gestein anzuschließen, dass sich kein Druck aufbaut und keine Bewegungen stattfinden.

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Eingesandt von Markus Meyer, 01.01.2013

In Staufen wollte man oberflächennahe Geothermie nutzen. In Groß-Gerau ist ein Projekt zur Nutzung der tiefen Geothermie geplant. Zwischen diesen beiden Arten der Geothermienutzung bestehen grosse Unterschiede. Ein Disaster ähnlich wie in Staufen kann für das Geothermieprojekt der ÜWG ausgeschlossen werden, weil:

  1. Quellvorgänge die zu den Hebungserscheinungen in Staufen führten nur wenig 10er Meter unter der Oberfläche stattfanden. Das von der tiefen Geothermie erschlossene Reservoir liegt jedoch mehr als 2.000 m tief.
  2. Der Untergrund von Staufen, gerade im Bereich der oberflächennahen Bohrungen ist hoch komplex und schwierig, ganz anders als der oberflächennahe Untergrund im Raum Groß-Gerau.
  3. Für die nur wenig mehr als 100 m tief reichenden Bohrungen in Staufen wurden einfache Kleinbohrgeräte eingesetzt. Ganz anders bei den geplanten Bohrungen in Groß-Gerau. Die Tiefbohrgeräte sind ausgereifte hochtechnologische Anlagen mit zahlreichen Kontroll- und Sicherheitseinrichtungen die ermöglichen, selbst unerwartete Situationen sicher zu kontrollieren.

Am Dienstag 5. Februar 2013 (18.30, Stadthalle GG) findet ein Bürgerforum zum Thema „Der Umgang mit den Risiken der Geothermie“ statt. Weitere Informationen zu den Risiken der tiefen Geothermie finden Sie unter http://www.erdwärme-gg.de/projekt/realisierung/risiken/ und Antworten auf häufig gestellte Fragen unter http://www.erdwärme-gg.de/wissen/haeufige-fragen

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Eingesandt von Ch. Albert, 06.12.2012

Der Strom soll ins öffentliche Netzt eingespiesen werden. Er wird aber nicht direkt an den Endkunden verkauft, sondern über die Regelungen des EEG vergütet. Die Strommenge wäre ausreichend für 7.000 Haushalte a 3 Personen mit einem jährlichen Durchschnittsverbrauch von 3.500 kWh pro Jahr, d.h. für etwa 21.000 Menschen. In Trebur leben ca. 13.200 Menschen, in Nauheim ca. 10.100 Menschen und in Groß-Gerau ca. 23.500 Menschen. Ob, wie und wo das Projekt realisiert wird, entscheidet die ÜWG erst nach den Bürgerforen.

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Eingesandt von Ralf Keitel, 05.12.2012

Sachverstand auf dem Gebiet der Prozesstechnik von geothermischen Kraftwerksanlagen bzw. Fachkompetenz auf dem Gebiet der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit des Betriebs sind in erster Linie bei der ÜWG und ihren Partnern (z.B. GeoT) vorhanden. Im Beirat ist spezifisches Wissen über die lokalen ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gegebenheiten vertreten. Die ÜWG und GeoT nehmen als Gäste (ohne Stimmrecht) an den Beiratssitzungen Teil, mit dem Ziel, ihre eigenen Interessen einzubringen, zu informieren und offene Fragen zu klären.

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Eingesandt von Rolf Geisenhof, 02.12.2012

Ihre Fragen wurden beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoThermal Engineering

Antwort:

Unter normalen Druckbedingungen an der Erdoberfläche würde das Wasser bei >100 °C im gasförmigen Zustand vorliegen. Unter den sehr hohen Drucken, in denen wir das Wasser in großen Tiefen finden, liegt es jedoch in flüssigem Zustand vor. Das Thermalwasser wird im Rohrleitungssystem des Geothermiekraftwerks immer so unter Druck gehalten, dass es flüssig bleibt. Das heiße Thermalwasser wird flüssig gefördert und abgekühlt flüssig wieder injiziert.

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Eingesandt von Hartmut Bilmeier, 02.12.2012

Die Stiftung Risiko-Dialog hat aufgrund der Vorgespräche mit verschiedenen Interessensgruppen acht Personen für den Beirat vorgeschlagen. Es sind dies B. Petri (NABU), W. Dörr (Bauernverband Trebur), W. Muster (BUND Naturschutz), R. Jost (Wirtschaftsrat), C. Grau und A. Auer (Zukunft GG), Elisabeth Schweikert (Atomausstieg GG), A. Hanus (Büttelborn 21). Zusätzlich wurden die Bürgermeister von, Groß-Gerau, Nauheim, Trebur und Rüsselsheim zu einer Teilname eingeladen. An der 1. Beiratssitzung (10. Dezember 2012) entscheiden diese Personen wer noch zusätzlich in den Beirat aufgenommen werden soll (max. 20 Personen).
Sobald der Beirat definitiv zusammengesetzt ist, werden die einzelnen Mitglieder hier auf dialoggeo.de vorgestellt.

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Eingesandt von Hartmut Bilmeier, 02.12.2012

Informationen zu den Besitzverhältnissen finden Sie unter den folgenden Links:

http://www.uewg.de/privatkunden/unternehmen/unternehmensprofil.html
http://www.stadtwerke-mainz.de/unternehmen/daten-und-historie/

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Eingesandt von Hartmut Bilmeier, 02.12.2012

Ihre Fragen wurden beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoThermal Engineering

Antwort:

Da Bohrungen immer einen Eingriff in den Untergrund bedeuten, müssen bei ihrer Durchführung Gefährdungen für die Schutzgüter Boden, Grundwasser und Luft soweit wie möglich ausgeschlossen werden. Es müssen entsprechende Vorkehrungen getroffen und Sicherheitseinrichtungen bereitgehalten werden, um Gefährdungen und Beeinträchtigungen durch stoffliche Einträge möglichst auszuschliessen.
Lokale Umweltbeeinträchtigungen und -gefährdungen auf dem Betriebsgelände können durch die in den Sekundärkreisläufen von Geothermiekraftwerken verwendeten Arbeitsmittel entstehen, sollten sie aus dem geschlossenen Kreislauf austreten. Deshalb kommen Sicherheitskonzepte und Einrichtungen zum Einsatz, wie sie auch in der chemischen Industrie angewandt werden, um einen risikoarmen Betrieb zu ermöglichen.
Die Anlagen werden so gebaut und betrieben, dass absehbare Umweltprobleme nicht auftreten. Die technischen Anlagen werden entsprechend der behördlichen Anforderungen und nach dem Stand der Technik gebaut. Technische Überwachungsmaßnahmen sollen sicherstellen, dass auch unerwartete Ereignisse nicht zu Umweltproblemen führen.

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Eingesandt von Hartmut Bilmeier, 02.12.2012

Ihre Fragen wurden beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoThermal Engineering

Antwort:

Dem Thermalwasserkreislauf zwischen der Produktionsbohrung und der Injektionsbohrung werden im Normalfall keine Zusätze zugefügt. Geplant ist, das abgekühlte Wasser nach dem Wärmetauscher ohne Zusatz von Chemikalien wieder zurück ins Reservoir zu führen. Aufgrund der hohen Salzgehalte in den Thermalwässern des Oberrheingrabens muss jedoch mit Ausfällungen aus der Thermalsole, die die Rohre zusetzen, und mit Korrosion der Rohre gerechnet werden. Ausfällungen und Korrosionserscheinungen können entweder durch Druckhaltung und Abstimmung der Injektionstemperatur (bei Ausfällungen) bzw. durch besseres (korrosionsbeständigeres) Material der Rohre oder durch Zugabe von speziell für diesen Einsatzbereich geeignete Zusatzstoffe vermieden werden.

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Eingesandt von Michael Lamberty, 29.11.2012

Diese Fragen werden am 2. Bürgerforum zum Thema „Der Umgang mit den Risiken der Geothermie“ im Detail beantwortet (Dienstag 5. Februar 2013, 18.30 Stadthalle GG). Die ÜWG hat eine Versicherung für Personen-, Sach- und Vermögensschäden mit unbegrenzter Deckungssumme abgeschlossen. Mehr Informationen zur Versicherung finden Sie unter: http://www.erdwärme-gg.de/wissen/haeufige-fragen/versicherung-buergerrecht/

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Eingesandt von Ulrike Gärtner, Trebur, 29.11.2012

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoThermal Engineering

Antwort: Die hohen Förderraten, die für geothermische Kraftwerke oder große Wärmeprojekte benötigt werden, verlangen große Bohrdurchmesser, um die Reibungsverluste bzw. Energiekosten für die elektrischen Förderpumpen zu minimieren. Auf der anderen Seite steigen die Bohrkosten, je größer der Bohrdurchmesser ist. Hier gilt es die Bohrung kostenoptimiert zu planen.
Die Bohrungen werden abschnittsweise niedergebracht. Das heißt, dass mit einem relativ großen Bohrdurchmesser für den ersten Bohrabschnitt einer Bohrung angefangen wird. Sobald dieser fertig ist, wird ein Rohr eingebaut und zementiert. Dies ist notwendig, um das Bohrloch zu sichern. Durch dieses Rohr wird mit einem etwas geringeren Meisseldurchmesser der zweite Bohrabschnitt der Bohrung gebohrt. Durch mehrfaches Wiederholen wird so das Bohrloch teleskopartig nach unten vertieft. Im Bereich des Reservoirs in
3500 m Tiefe möchte man einen möglichst großen Bohrdurchmesser (typischerweise zwischen 18 und 24 cm) haben, um möglichst viel Wasserzutritt in die Bohrung zu ermöglichen.

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Eingesandt von Ulrike Gärtner, Trebur, 29.11.2012

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoThermal Engineering

Antwort: Technisch sind mehrere Kilometer möglich. Jedoch sind abgelenkte Bohrungen teurer und riskanter, je mehr und weiter abgelenkt wird.

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Eingesandt von Ulrike Gärtner, Trebur, 29.11.2012

Ihre Frage wurde beantworten von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoThermal Engineering

Antwort: An der Erdoberfläche werden die Bohrungen meist von einem Bohrplatz aus ausgeführt, mit einem Abstand von etwa 10 m zueinander. Die tiefsten Punkte der beiden Bohrungen (man spricht von Bohrlandepunkten) haben typischerweise etwa 1500 m Abstand zueinander.

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Eingesandt von Ulrike Gärtner, Trebur, 29.11.2012

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoThermal Engineering

Anwort: Der unterste Abschnitt des Bohrlochs, dort wo das Thermalwasser aus dem Reservoir ins Bohrloch hineinläuft, bleibt entweder unverrohrt oder (wenn das Bohrloch in diesem Bereich nicht stabil genug ist) wird mit einem durchlöcherten Rohr ausgekleidet. Die Löcher dienen dem Wasserzutritt. Die oberen Abschnitte der Bohrung sind dagegen vollständig verrohrt.

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Eingesandt von Marcus L, 29.11.2012

Seit 2007 hat ÜWG keinen Stromvertrieb mehr. Die Stromvertriebsgesellschaft EPRIMO, die bis 2007 eine ÜWG-Tochter war, ist seitdem eine Tochter der RWE. Daher kann ÜWG den Strompreis der Stromvertriebsgesellschaften nicht direkt beeinflussen.

Von einer Auskopplung der Wärme könnte der ÜWG-Kunde direkt profitieren, da ÜWG die Wärme direkt vermarkten kann. Je nach Standortwahl und Bereitschaft zur Nutzung der Wärme könnte die Erdwärme in Zukunft Haushalte im Kreis GG direkt beheizen und diese damit unabhängiger von externen Einflüssen machen.
Der Fernwärmepreis setzt sich dabei zusammen aus einem einmaligen Preis für den Anschluss an das Wärmenetz, einen Grundpreis, der abhängig ist von der Anschlussgröße sowie einem verbrauchsabhängigen Arbeitspreis. Für das geplante Geothermiekraftwerk im Kreis Groß-Gerau können wir heute noch keine Preisangaben machen.
Als Beispiel finden Sie hier die Preise der GEOVOL Unterföhring GmbH der Gemeinde Unterföhring bei München: http://www.geovol.de/cms/index.php?idcatside=202. Das gemeindeeigene Unternehmen betreibt ein 16 Kilometer langes Fernwärmenetz und versorgt rund 1800 angeschlossenen Haushalte mit Erdwärme.

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Eingesandt von Ulrike Gärtner, Trebur, 28.11.2012

Ihre Fragen wurden beantwortet von Dr. John Reinecker, Diplom-Geologe bei GeoThermal Engineering

Antwort: Kühlen ist neben dem Heizen eine weitere effiziente Möglichkeit der Geothermienutzung. Zur Anwendung sind sog. Adsorbtionskälteanlagen notwendig. Mit einem Wirkungsgrad zwischen 60-80% kann auch ein größerer Kältebedarf, wie der eines Rechenzentrums weitgehend befriedigt werden.

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Sie haben verschiedene Möglichkeiten, Ihre Anliegen und Fragen einzubringen.

  1. Nehmen Sie an den öffentlichen Bürgerforen teil.
  2. Kontaktieren Sie uns persönlich.
  3. Senden Sie Ihre Frage ein zur Veröffentlichung in den FAQs.
  4. Senden Sie uns im Kontaktformular eine anonyme Nachricht.
  5. Kontaktieren Sie einen Beirat Ihres Vertrauens mit Ihrem Anliegen.
  6. Kommentieren Sie unsere Veröffentlichungen direkt auf dieser Website.
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Aufgrund der Ergebnisse des Bürgerdialogs fällt die ÜWG eine Entscheidung zur Realisierbarkeit des Geothermie-Projekts. Die ÜWG wird kein Geothermiekraftwerk gegen den Willen der Bevölkerung im Kreis Groß-Gerau bauen.

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An den Bürgerforen in der Stadthalle Groß-Gerau werden die Chancen und Risiken der Geothermie mit Experten aus verschiedensten Fachbereichen diskutieret und abgewogen. Besuchen Sie die Bürgerforen!

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Unten links finden Sie Links zu unterschiedlichen Interessensgruppen und deren Positionen zur Geothermie. Im Menüpunkt “Medien” finden Sie den Bericht “Gespräche mit Interessensgruppen und der Bevölkerung”, der verschiedene Sichtweisen im Kreis Groß-Gerau aufzeigt.

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Mit unserer Vision und der über 20jährigen Erfahrung stehen wir für Unabhängigkeit und Transparenz. Unser Stiftungszweck verpflichtet uns zu Neutralität. Wir unterstützen den Prozess hin zu einem risikokompetenten Entscheid, indem wir verschiedene Positionen und Perspektiven aufzeigen und die Verantwortlichen mit der Bevölkerung und Interessensgruppen zusammen bringen.

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Als Organisation beziehen wir keine Position für oder gegen Geothermie bzw. ein bestimmtes Geothermievorhaben. Wir sind lediglich für den Prozess des Bürgerdialgos verantwortlich.

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Der Dialog hat mit ersten Gesprächen bereits im 2011 gestartet. Die Resultate dieser Gespräche finden sie hier. Für eine breitere öffentliche Diskussion mussten zuerst die geologischen Grundlagen erarbeitet werden.

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Beim Bürgerdialog DioaloGGeo geht es darum, eine robuste Entscheidung zum Geothermieprojekt mit und nicht gegen die Bevölkerung zu erzielen. In Bürgerforen und in einem Beirat können sich Bürger und Interessensgruppen aktiv an der Ausgestaltung beteiligen.

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Eingesandt von Patrick Müller, 20.03.2013

Ihre Frage wurde beantwortet von Dr. Matthias Kracht vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG)

Das HLUG kann „tieffrequente Geräuschimmissionen” messen. Anfragen dieser Art werden gelegentlich beim HLUG gestellt. Allerdings gibt es keine Erfahrungen beim Betrieb von Geothermie-Anlagen (tiefe Geothermie), da es noch keine Anlagen dieser Art in Hessen gibt.

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