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28.11.2013

Standort Geothermiekraftwerk östlich von Trebur – Einbezug der Bevölkerung vor Ort wird fortgesetzt

An der Informationsveranstaltung des Bürgerdialogs „DialoGGeo“ vom 27. November 2013 stellte ÜWG den Standort des geplanten Geothermiekraftwerks vor. Die Stiftung Risiko-Dialog zeigte auf, wie mit Anliegerworkshops, Gesprächsangeboten und dem Beirat der Einbezug der Bevölkerung weiterläuft.
Die Präsentationen und das Protokoll finden Sie im Menüpunkt Medien.

Genau ein Jahr nach der ersten Informationsveranstaltung im Rahmen des Bürgerdialogs „DialoGGeo“ versammelten sich rund 200 Bürgerinnen und Bürger in der Riedhalle, um sich zum aktuellen Projektstand und dem weiteren Vorgehen zu informieren. Auf großes Interesse stieß dabei die Vorstellung des konkreten Standorts des Geothermieprojekts östlich von Trebur durch die Überlandwerk Groß-Gerau GmbH (ÜWG). „Nachdem sich in einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung im Kreis Groß-Gerau eine Mehrheit der Befragten für den Bau eines Geothermiekraftwerks aussprach, will die ÜWG das Projekt weiter vorantreiben. Der gewählte Standort östlich von Trebur zeigt, dass die ÜWG die Forderungen der Bevölkerung und des Beirats bei der Projektumsetzung ernst nimmt. Der gewählte Standort liegt mit über einem Kilometer Abstand zur nächsten Ortsrandgrenze im ausreichenden Abstand zur Wohnbebauung - außerhalb von Natur-, Wasser-, Artenschutzoder Naherholungsgebieten. Er kann über die Landstraße L 3040 direkt erschlossen werden“, sagte ÜWG-Geschäftsführer Detlev Höhne.
Nicht restlos geklärt werden konnte Fragen aus dem Publikum über die Durchführung und die statistische Auswertung der repräsentativen Bevölkerungsbefragung, welche durch das unabhängige Meinungsforschungsinstitut „forsa“ durchgeführt wurde. ÜWG versprach, die offenen Punkte durch forsa klären zu lassen. Auch wurde die Forderung aufgenommen, dass eine weitere Informationsveranstaltung in der Nähe des gewählten Standorts, d.h. in Trebur bzw. Nauheim durchgeführt werden soll.
Die neutrale Schweizer Stiftung Risiko-Dialog, welche für die Konzeption und Durchführung der Bürgerbeteiligung „DiaogGeo“ verantwortlich ist, legte an der Informationsveranstaltung dar, was bisher alles erreicht werden konnte. „Es ist gelungen, einen fundierten und ausgewogenen Dialog mit allen interessierten Bürgerinnen und Bürger zu führen – noch vor dem formalen Genehmigungsverfahren. In dieser Form und Intensität ist er sicher einmalig für ein Geothermieprojekt. Dank des frühen Starts und der intensiven Arbeit aller Beteiligten konnte der große Handlungsspielraum zum ‚Ob‘, ‚Wo‘ und ‚Wie‘ des Erdwärmeprojekts genutzt werden. Dies zeigt sich nicht zuletzt in den präzisen 31 Forderungen des Beirats“ erklärte Matthias Holenstein, Geschäftsführer der Stiftung Risiko-Dialog. Mit spontanem Applaus wurde der bisherige Prozess verdankt, der nun in eine neue Phase tritt.
Nach der Entscheidung der ÜWG, das Projekt zu realisieren und der Festlegung des Standorts, soll auch der Einbezug der Bevölkerung zum „Wie“ des Projekts vor Ort fortgesetzt werden. Die weitere Bürgerbeteiligung durch die Stiftung Risiko-Dialog wurde an der Informationsveranstaltung vom 27. November 2013 und tags darauf im Geothermie- Beirat vorgestellt und diskutiert. Sie umfasst nach Absprache mit dem Beirat die folgenden Elemente:
1. Der Beirat mit Vertretern aus Bürgerinitiativen, Umweltverbänden, Kirche, Landwirtschaft und Politik wird weiterhin tagen und die Umsetzung seiner 31 Forderungen, die für den gesamten Kreis Groß-Gerau von Bedeutung sind, mit ÜWG abstimmen. Zudem soll der Beirat einen Ombudsmann ernennen und für diesen als Aufsichtsrat fungieren.
2. Das ‚Wie‘, d.h. die konkrete lokale Ausgestaltung des Kraftwerks vor Ort wird Thema von Anlieger-Workshops sein. In mehreren Arbeitssitzungen werden Aspekte, welche speziell die Anlieger betreffen, mit ÜWG diskutiert. Dazu gehören Themen wie das optische Erscheinungsbild, der Lärmschutz, die Beleuchtung, die lokale Verkehrsführung oder das Bepflanzungskonzept. Themen, die über die Anlieger hinaus von Bedeutung sind sowie an den öffentlichen Bürgerforen diskutiert wurden und in den Forderungen des Beirats ausführlich behandelt sind, werden an den Anlieger-Workshops nicht bearbeitet. Dazu gehören Themen wie Induzierte Seismizität, Schadenregulierung oder die Wirtschaftlichkeit. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger aus den Kommunen Trebur, Nauheim und Gross-Gerau sind eingeladen an den Anliegerworkshops mitzuarbeiten. Voraussetzung für nutzbringende Resultate ist die regelmäßige und aktive Mitarbeit der Teilnehmenden. Zudem soll die Anzahl Teilnehmer pro Workshop so gewählt werden, dass allen eine Mitwirkung ermöglicht wird. Ist die Resonanz auf die Anliegerworkshops in der Bevölkerung sehr groß, so werden nach Absprache mit dem Beirat Workshops parallel durchgeführt oder die Teilnehmer nach Kriterien der Betroffenheit (z.B. Distanz zum Kraftwerk) gewählt. Die Workshops werden nach Vorliegen der notwendigen Planungsgrundlagen durchgeführt – frühestens im Frühling 2014. Eine konkrete Einladung folgt zeitgerecht.
3. Ergänzend zum umfangreichen Beteiligungsangebot bietet die Stiftung Risiko-Dialog allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, Ihre individuellen Fragen und Anliegen in einem persönlichen Gespräch einzubringen. Termine können ab sofort per E-Mail (info@dialoggeo.de) oder telefonisch (0611 945 802 640) vereinbart werden.
Die Dokumentation des Bürgerdialogs wird unter www.dialoggeo.de fortgesetzt.