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23.04.2013

Schlussforum am 7.Mai 2013

Basierend auf intensiven Recherchen und in konstruktiven Diskussionen erarbeitete der breit abgestützte Geothermie-Beirat im letzten halben Jahr Forderungen an das Geothermieprojekt der ÜWG im Kreis Groß-Gerau. Am 7. Mai 2013 ab 18:30 Uhr werden die Beiräte diese Forderungen am Schlussforum des Bürgerdialogs „DialoGGeo“ in der Stadthalle Groß-Gerau der Öffentlichkeit vorstellen.

Im Kreis Groß-Gerau plant die Überlandwerk Groß-Gerau GmbH (ÜWG) ein Projekt zur Nutzung der Erdwärme. Eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit ist dabei für ÜWG zentral. Sie hatte daher Anfang 2011 die neutrale Schweizer Stiftung Risiko-Dialog beauftragt, einen Bürgerdialog zum Geothermieprojekt zu gestalten. Mit dem Bürgerdialog „DialoGGeo“ ist nun in der Region Groß-Gerau eine für die Geothermie in Deutschland einzigartige Bürgerbeteiligung realisiert worden. Das „Ob“, „Wo“ und „Wie“ eines Geothermiekraftwerks wurde noch vor einem formalen Genehmigungsverfahren öffentlich zur Diskussion gestellt. Ziel war die breite und frühzeitige Beteiligung der Bevölkerung in einem ergebnisoffenen Prozess. Nun erreicht der Bürgerdialog „DialoGGeo“ am Dienstag 7. Mai 2013 mit dem Schlussforum einen weiteren, wichtigen Meilenstein.

Intensiv geführter Bürgerdialog
Mehrere hundert Bürgerinnen und Bürger der Region setzten sich seit November 2012 an fünf öffentlichen Veranstaltungen in der Stadthalle Groß-Gerau intensiv mit dem Thema Erdwärme auseinander. Mit Fachleuten führten sie ausführliche Diskussionen über geologische und technische Grundlagen sowie über die Chancen und Risiken der Geothermie. Auch die Sichtweisen geothermiekritischer Bürger waren mehrmals Thema der Bürgerforen, die über Pressemitteilungen und Anzeigen in Tageszeitungen breit bekannt gemachten wurden. Auf Anregung aus der Bevölkerung organisierte die Stiftung Risiko-Dialog Mitte Februar 2013 eine Exkursion zu den Geothermiekraftwerken in Landau und Insheim. Knapp 80 interessierte Bürgerinnen und Bürger aus der Region Groß nahmen daran teil. Zusammen mit den über 60 Fragen, die bis Ende April 2013 auf der von mehr als 4500 Personen besuchten Website www.dialoggeo.de beantwortet und kommentiert wurden, konnten sich die Bürgerinnen und Bürger ein umfassendes Bild über die Geothermie allgemein und zum konkreten Projekt der ÜWG machen.

Beirat präsentiert Ergebnisse seiner Arbeiten am Schlussforum 7. Mai 2013
Parallel zu den Bürgerforen erarbeitete ein Beirat mit Vertretern aus unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppierungen wie Bürgerinitiativen, Umweltverbänden, Kirchen, Landwirtschaft und Politik Empfehlungen an die ÜWG zum Umgang mit dem Geothermieprojekt im Kreis Groß-Gerau. Der durch intensive Recherchen, verschiedene Fachinputs und konstruktive Diskussionen entstandene Schlussbericht des Beirates gibt nun den für ÜWG massgeblichen Anliegen der Interessensgruppen sowie Bürgerinnen und Bürger eine fassbare Form. ÜWG will sich bei der weiteren Projektentwicklung auf diesen Schlussbericht stützen.

Die Mitglieder des Beirats gliederten Ihre Arbeiten thematisch in den vier Arbeitsgruppen: Natur-, Umwelt- und Flächenschutz (A), Nutzenoptimierung, Wertschöpfung und Wirtschaftlichkeit (B), Risikobewertung, Versicherung und Haftung (C), Information und Kommunikation (D). Neben der Teilnahme an den Bürgerforen studierten die Beiratsmitglieder wissenschaftliche Grundlagenpapiere, Expertenberichte und Gutachten. In zahlreichen Treffen erarbeiteten die einzelnen Arbeitsgruppen Bewertungen und Forderungen für ein Geothermieprojekt im Kreis Groß-Gerau. Für Ihre Arbeiten setzten sich die Beiräte auch mit verschiedenen Bürgerinitiativen an anderen Geothermiestandorten in Deutschland in Verbindung und befassten sich mit deren Kritik an den jeweiligen Projekten.
Sechs Mal tagte der gesamte Beirat – neben den Sitzungen der Arbeitsgruppen. Dabei wurden die Bewertungen und Forderungen aus den vier Arbeitsgruppen zusammengetragen und für den Schlussbericht mit dem gesamten Beirat abgestimmt. Am Schlussforum am Dienstag 7. Mai 2013 um 18:30 Uhr in der Stadthalle Groß-Gerau findet nun die Integration der Ergebnisse des Bürgerdialogs und Präsentation des Schlussberichts des Beirats statt. Dabei werden Mitglieder des Beirats die Forderungen an die ÜWG der Öffentlichkeit präsentieren.

Nach der Präsentation der Bewertungen und Forderungen liegt es an der ÜWG, eine Entscheidung über das „Ob“, „Wie“ und „Wo“ des Geothermieprojekts auf Basis der vorliegenden Arbeiten zu fällen.