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06.02.2013

Bevölkerung setzt sich mit Risiken der Geothermie auseinander

Letzten Dienstag 5. Februar 2013 fand das zweite Bürgerforum im Rahmen des Bürgerdialogs „DialoGGeo“ zum Geothermieprojekt der ÜWG statt. Dieses Mal stand der Umgang mit den Risiken der Geothermienutzung im Zentrum. Die Präsentationen finden Sie im Menüpunkt Medien

Die neutrale Stiftung Risiko-Dialog hatte als ersten Referenten Prof. Bönnemann, Seismologe, unabhängiger Fachgutachter der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe sowie Mitglied der Expertenkommission für die Erdbeben in Landau eingeladen. Er erläuterte vor rund 400 interessierten Bürgerinnen und Bürgern den Zusammenhang zwischen der Nutzung von Erdwärme und dem möglichen Auftreten von Erderschütterungen. In seinem Referat stellte er auch dar, welche Lehren aus früheren Projekten gezogen wurden und welche Anforderungen aus wissenschaftlicher Sicht für neue Geothermieprojekte gelten, um spürbare Erdbeben oder gar Schäden zu vermeiden. Beispiele dafür sind ein Monitoring der seismischen Aktivitäten oder ein Reaktionsschema bei Anzeichen für Erschütterungsgefahr.
Dr. Lerch, Geschäftsführer der Geothermiekraftwerke in Landau und Insheim zeigte, mit welchen weiteren Risiken ein Betreiber eines Geothemiekraftwerks umgehen muss – von Betriebsmitteln bis hin zu Lärm. Die Überlandwerk Groß-Gerau GmbH (ÜWG) präsentierte im Folgenden wie sie einerseits die technischen Risiken minimieren möchte. Andererseits zeigte sie den Versicherungsschutz auf und wie sie im Ereignisfall, die Schäden über einen - von unabhängiger Stelle gewählten und beaufsichtigten - Ombudsmann entschädigen möchte. ÜWG Geschäftsführer Hanns-Detlev Höhne betonte, dass man die Ängste und Befürchtungen der Bevölkerung sehr ernst nehme. Die Erkenntnisse und Erfahrungen anderer Projekte seien sorgfältig zu prüfen und die daraus resultierenden Empfehlungen in Zusammenarbeit mit dem Beirat für das Projekt im Kreis Groß-Gerau zu übernehmen.

Nach den Referaten zahlte sich die solide Vorarbeit aus, die viele Bürgerinnen und Bürger in Eigenregie und in den vorangegangenen Veranstaltungen geleistet hatten. Es folgte eine sachliche und fachkundige Diskussion zu verschiedenen Aspekten der Risiken. So zitierten die Fragesteller im Publikum Fachleute aus ihren wissenschaftlichen Studien und legten die Finger auf wunde Punkte, die sie darin sahen. Es ging immer wieder um die Frage, wie sichergestellt werden kann, dass der Bürger im Falle eines Schadens nicht alleine gelassen wird. Hanns-Detlev Höhne, Geschäftsführer der ÜWG verwies auf die Idee eines Ombudsmannes, bat in dieser Frage aber auch den Beirat um Mithilfe in der Ausarbeitung eines Konzepts, um einen fairen Schadenregulierungsprozess vorzubereiten.
Kritik entgegennehmen musste die Stiftung Risiko-Dialog für die Auswahl der Referenten. Es wurde bemängelt, dass nur Wissenschaftler und Geothermiefachleute auf dem Podium saßen. Einige Teilnehmer bemerkten, dass sie sich auch kritische Beiträge aus der Bevölkerung oder aus anderen Geothermieprojekten wünschten. Die Stiftung Risiko-Dialog nahm diese Forderungen auf und versprach in Zusammenarbeit mit dem Beirat für die Einbindung von kritischen Stimmen im weiteren Prozess zu sorgen.

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