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13.10.2015

Anliegerworkshop fand am 12. Oktober 2015 statt

Am Anliegerworkshop standen die Fragen und Bedürfnisse der direkten Anwohner des Geothermieprojekts in Trebur im Zentrum. Auf Einladung der Stiftung Risiko-Dialog sprachen etwa 20 Anlieger und Vertreter des Geothermie-Beirats mit Fachplanern, dem unabhängigen Ombudsmann und Vertretern der ÜWG über konkrete Massnahmen, um lokal bedeutsame Aspekte rund um das Geothermiekraftwerk zufriedenstellend zu gestalten. Zentrale Inhalte waren die Information über Bohrung und Kraftwerkbau, der Umgang mit Lärm- und Lichtemissionen, die Verkehrsführung, sowie das optisches Erscheinungsbild des Kraftwerks. Eine Vielzahl von Detailfragen zeigte das Engagement der Teilnehmenden.

Als Moderatorin des Bürgerdialogs »DialoGGeo« hat sich die Stiftung Risiko-Dialog zum Ziel gesetzt, im Rahmen eines Anliegerworkshops auch die konkreten Bedürfnisse der Anwohnerinnen und Anwohner aus Trebur, Nauheim und Groß-Gerau einzubinden. Im Zuge früherer Bürgerdialogelementen wie dem Beirat und sieben öffentlichen DialoGGeo Bürgerforen wurde bereits das „ob“, „wo“ und grundsätzliche Aspekte des „wie“ eines Geothermiekraftwerks beantwortet. Im Rahmen des Anliegerworkshops ging es darum „die spezifischen lokalen Bedürfnisse der direkten Anwohner einzubinden“, wie der Moderator Matthias Holenstein, Geschäftsführer der Stiftung Risiko-Dialog betonte.

Um die zur Verfügung stehende Zeit am Workshop möglichst effizient nutzen zu können, hat die Stiftung Risiko-Dialog vorausgehend alle angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmer kontaktiert und die konkreten Anliegen abgefragt. Bereits da zeigte es sich, dass den Anliegern neben spezifischen Detailfragen, insbesondere vier Themenfelder am Herzen lagen:
1. Informationen über die Bohr- und Bauarbeiten
2. Lärm und Licht
3. Verkehrsführung während den Bauarbeiten
4. Optisches Erscheinungsbild des Kraftwerkes
Dabei formulierten die Anlieger ihre Bedürfnisse und die anwesenden Fachplaner zeigten mögliche Massnahmen auf.

Die Möglichkeit, sich jederzeit über den aktuellen Stand von Bau und Bohrung zu informieren, war für die Anlieger zentral. ÜWG versprach den bisher transparenten Informationsprozess über das Projekt weiter fortzuführen. Aktuelle Informationen und Messergebnisse sollen regelmässig auf der Projektseite www.geothermie-trebur.de veröffentlicht werden. Zusätzlich werde eine 24 Stunden Webcam auf dem Bohrplatz errichtet, so dass man auch über das Internet live den Fortgang der Arbeiten beobachten könne. Die Fachplaner erläuterten ausserdem die Massnahmen die dem Grundwasser- und Trinkwasserschutz dienen. Dreifach verrohrte Bohrungen und drei Grundwassermessstellen die täglich die Grundwasserqualität messen, stehen dabei im Mittelpunkt der Vorsorgemassnahmen. ÜWG sicherte zu, dass man dem Thema Wasserschutz höchste Priorität gebe und beispielweise Messresultate öffentlich verfügbar sein werden.

Im Themenfeld Verkehr wiesen die Teilnehmenden vor allem auf die Bedeutung des Fahrradverkehrs hin. Da auch hier Sicherheit oberstes Gebot sein soll, wurden verschiedene Ideen diskutiert, um rund um die Baustelle auf die Fahrradfahrer aufmerksam zu machen, aber diesen auch zu signalisieren, dass sie selber vorsichtig fahren sollen. ÜWG prüft die Vorschläge und wie diese bei zuständigen Verkehrsbehörden einzubringen sind – insbesondere für die verkehrsintensiven Tage des Auf- und Abbaus des Bohrturms.

Mehrfach betonen die Anwesenden, dass die Region aufgrund verschiedener Lärmquellen sehr lärmsensibel sei und für sie das Kraftwerk hinzukäme. ÜWG betonte, dass man die gesetzlichen Lärmgrenzwerte unterschreiten wolle. Ein vorgestelltes Schallprognosegutachten zeigt, dass dieses Ziel erreicht werden kann. Genaue Aussagen werden aber erst möglich sein, wenn die Bohrung beauftragt resp. das Kraftwerk im Detail geplant ist. ÜWG sagt zu, weitere Massnahmen wie bspw. eine Einhausung von Komponenten während der Bohrung in Betracht zu ziehen, falls seitens der Anlieger Bedarf besteht.

Weiter diskutierten die Anlieger mit dem beauftragten Architekten die architektonische Gestaltung des Kraftwerks. Die Teilnehmenden betonten in verschiedenen Voten, dass die Einbettung in die Landschaft von grösster Wichtigkeit sei. ÜWG versprach, dies in der konkreten Planung zu berücksichtigen und Optionen zu prüfen. So zeigte die intensive Diskussion, dass der Aspekt der Begrünung geklärt werden muss.

Die Anlieger zeigten zudem grosses Interesse an den bisher mit dem Beirat erarbeiteten Grundlagen bspw. zum Schadenmanagement resp. zur Versicherungsdeckung. „Zwar sind nicht nur wir als Anlieger betroffen, aber wir fühlen uns besonders exponiert“ wie ein Anwohner sagte. Der Ombudsmann Dipl.-Ing. G. Klingelhöfer stellte das vereinbarte Schadensma-nagementkonzept vor und beantwortete ausführlich die gestellten Fragen.

„Für die Anlieger war es wichtig, aus erster Hand über die konkreten Details informiert zu werden. Viele Fragen wurden geklärt. Dass man die eigenen Anliegen als künftiger Nachbar des Projekts in einem Workshop einbringen konnte, wurde sehr geschätzt. Die Anlieger möchten auch weiter am Ball bleiben und erfahren, wie ihre Anliegen umgesetzt werden.“ fasst Matthias Holenstein als Moderator den Anlass zusammen. „Daher stiess die Einladung von ÜWG, sich im Frühjahr 2016 auf dem Bohrplatz nochmals zu treffen, auf sehr positive Resonanz.“

Ein Kurzbericht mit einer Zusammenfassung der diskutierten Inhalte und den gezeigten Präsentationen wird im Verlauf der nächsten Wochen auf www.dialoggeo.de veröffentlicht. ÜWG hat sich ihrerseits dazu verpflichtet, noch vor Bohrbeginn im Verlauf dieses Jahres eine Stellungnahme auf der Projektwebsite (www.geothermie-trebur.de) zu veröffentlichen.